Zum Tode von Thomas Grieser

Thomas Grieser: Sein Lebensmotto war Lachen.

Schwäbisch Gmünd/Oppenau.

Nach langer schwerer Krankheit ist der frühere Gmünder Spitzenschwimmer Thomas Grieser am Freitagmorgen, zwei Wochen vor seinem 67. Geburtstag, im Beisein seiner Familie in Oppenau verstorben. 31 Jahre lang lenkte er als Bürgermeister die Geschicke der 6000 Einwohner zählenden Gemeinde im Renchtal im Schwarzwald; die Verbindung zu seiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd hielt er immer aufrecht.

Im März 2014 hatte Thomas Grieser die niederschmetternde Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhalten. Trotzdem setzte er seine Arbeit als Bürgermeister von Oppenau in seiner mittlerweile vierten Amtszeit ungebrochen fort. Er ging dabei auch gegenüber der Öffentlichkeit und seinen Freunden in Gmünd offen und getragen von einem bewundernswerten Optimismus mit seiner schweren Erkrankung um. Dass er überhaupt so lange im Kampf gegen den Krebs die Oberhand behielt, führte Thomas Grieser selbst auf die kleinen Ziele zurück, die er sich immer wieder setzte – sei es die Geburt eines Enkelkindes oder die auf September 2016 terminierte Einweihung des sanierten Rathauses in Oppenau. Ein Ziel blieb ihm allerdings versagt: Im September wollte er mit seinen Freunden vom Schwimmverein, zu deren Stammtisch im „Roten Löwen“ in Rechberg er eisern kam, nach Holland auf Bootsfahrt gehen. Diese fällt nun ohne Kapitän aus.

Um Thomas Grieser trauern seine ebenfalls aus Schwäbisch Gmünd stammende Ehefrau Gerdi (geborene Rieger), zwei Töchter, ein Sohn und zwei Enkeltöchter, seine Mutter Siggi Eckstein-Grieser, seine Schwester Angelika Grieser-Saar, die 1976 an den Olympischen Spielen in Montreal als Rückenschwimmerin teilnahm, sowie seine Verwandten und Freunde in Gmünd und Oppenau.

Nach dem Abitur am Parlergymnasium begann Thomas Grieser seine Verwaltungslaufbahn beim Landratsamt des Ostalbkreises, danach war er viele Jahr Hauptamtsleiter in Kißlegg. 1986 wurde er zum ersten Mal zum Bürgermeister von Oppenau gewählt. „Ich freue mich riesig“, sagte er nach seiner vierten Wiederwahl, „es ist dasselbe schöne Gefühl wie beim ersten Mal.“ Grieser „lebte“ den Beruf des Bürgermeisters mit Leib und Seele. Der schwerste Tag in seiner Amtszeit war sicherlich der 12. Oktober 1990. An diesem Abend saß er bei einer Wahlveranstaltung mit Wolfgang Schäuble im Oppenauer Gasthaus „Brauerei Bruder“ am Tisch. Als der damalige Bundesinnenminister das Lokal verlassen und nach Hause ins nahe Gengenbach fahren wollte, feuerte ein Attentäter zwei Schüsse auf den Bundespolitiker, der seitdem im Rollstuhl sitzen muss.

Als Freistil- und Delphinschwimmer gewann Thomas Grieser in den 70er-Jahren mit dem Schwimmverein Gmünd viele württembergische und süddeutsche Meistertitel und gehörte der Bundesligamannschaft an.

© Gmünder Tagespost 04.08.2017


07.08.17


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