Die Erwartungen waren nicht allzu hoch gesteckt, doch es gab ein paar faustdicke Überraschungen der positiven Art für das Team des SV Gmünd am Wochenende bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften in Heidelberg.
Zweimal standen Vertreter des Vereins bei der Siegerehrung auf einem Podestplatz. Anna Sobl und Timo Herklotz belegten völlig unerwartet dritte Plätze. Zudem sorgte Anna Sobl für einen Vereinsrekord der besonderen Güte. „Mit dem Abschneiden können wir mehr als zufrieden sein“, meinte Trainer Martin Rademacher, der die Mannschaft bei einem Trainingslager in der Woche nach Ostern im südfranzösischen St. Raphael auf die Titelkämpfe getrimmt hatte.
In der überwiegenden Mehrzahl der Rennen waren die SVG-Schützlinge auf Kurs „um ihre persönliche Bestzeiten herum“. Allerdings wurde das Ziel verfehlt, Qualifikationszeiten für die Deutschen Jahrgangmeisterschaften in Hamburg (21. bis 24. Mai) zu unterbieten. „Das habgen wir uns für die Süddeutschen Meisterschaften aufgehoben“, meinte Martin Rademacher. Die finden am 9./10. Mai in Burghausen statt. Dort hat dann Anna Sobl erneut die Chance, den SVG-Vereinsrekord auf der 50m-Bahn über 400m Freistil zu knacken. Mit starken 4:31,83 Minuten verfehlte sie die Marke von Szilvia Szalai vom 8. Juni 1990 nur um 61/100. „Da fehlte mir nach zahlreichen Rennen einfach die Kraft“, meinte Anna Sobl, die sich aber in der Meisterschaft mit einem nie erwarteten dritten Rang trösten konnte. Und alles nur 2,75 Sekunden hinter Siegerin und Ex-Gmünderin Svenja Gerstenberger. Über 200m Freistil wurde Anna Sobl mit 2:10,17 Minuten Vierte – auch nur 69 Hundertstelsekunden hinter dem dritten Platz. Nach starken 1:01,05 Minuten als Vorlauf-Achte belegte die Gmünderin im Finale mit 1:03,09 Minuten den gleichen Rang.
Ein Sahnehäubchen in ihrer noch jungen Karriere war war aber das Rennen über 800m Freistil, das nicht zum Meisterschaftsprogramm zählte. Mit viel Mut machte die Gmünderin Tempo und wurde mit einem SVG-Vereinsrekord von 9:17,00 Minuten und Platz drei belohnt. Die bisherige Marke stand bei 9:32,32 Minuten und wurde am 6. Juni 1998 von Sabine Patzke aufgestellt. „Ich habe eben derzeit einen Lauf“, lachte Anna Sobl, zu deren Lieblingsstrecken die „langen Kanten“ zählen und immer besser auf Touren kommt, je länger die Distanz ist. „Sie kann noch schneller“, ist sich Martin Rademacher sicher. Siegerin wurde auch hier Svenja Gerstenberger, die 3,26 Sekunden schneller war.
Als Siebter konnte sich Timo Herklotz nach 1:10,04 Minuten für das Finale über 100m Brust qualifizieren. Dort überraschte er alle und schlug nach 1:09,39 Minuten als Dritter an. „Mich hatte offenbar niemand auf der Rechnung“, meinte der Gmünder, der sich noch ein zweites Mal in ein Finale schwimmen konnte. Nach 30,97 Sekunden im Vorlauf über 50m Brust waren es in der Entscheidung dann 31,08 s und Rang sechs.
In den Staffelwettbewerben sorgten das 4x100m-Freistil-Quartett der Frauen und die Männer-Formation über 4x200m Freistil für die besten Resultate der Gmünder. Beide belegten Rang sechs. Die Männer waren mit Fabian Schuster, Lukas Sittner, Robin Schuster und Berkay Alkoyak nach 8:22,03 Minuten im Ziel. Nadja Schiek, Carina Matussek, Yanah Elser und Anna Sobl benötigten 4:12,41 Minuten. Über 4x100m Freistil belegten Lukas Sittner, Marcel Stütz, Robin Schuster und Berkay Alkoyak nach 3:43,86 Minuten Rang acht. Das gleiche Quartett war auch über 4x100m Lagen am Start und wurde Elfter. „Wir sind zwar noch nicht wieder so stark und können ganz vorne mitschwimmen, aber immerhin konnten wir vier Staffeln stellen“, meinte Martin Rademacher.