Deutsche Meisterin ist Kerstin Vogel - Ehemalige Gmünder Schwimmvereinsathleten zeigen gute Leistungen

Nur indirekt war der Schwimmverein Gmünd an den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen in Berlin beteiligt. Vom derzeitigen Team war niemand vor Ort, dafür starteten aber drei „Ehemalige“ – und das mit zum Teil überragendem Erfolg.

Kerstin Vogel (jetzt SV Rhenania Köln) wurde gar erstmals deutsche Meisterin und ergatterte sich zudem ein Ticket zu den Weltmeisterschaften in Rom (17. Juli bis 2. August). Svenja Gerstenberger (jetzt SSG Reutlingen/Tübingen) konnte sich über starke Verbesserungen ihrer persönlichen Bestzeiten freuen. Lediglich Florian Abele (SV Nikar Heidelberg) kam nicht so recht in Schwung und blieb hinter seinen Erwartungen zurück. Nach den bisherigen Ergebnissen musste Kerstin Vogel zumindest über 50 m Brust als eine der Mitfavoritinnen angesehen werden. Wenngleich die 24 Jahre alte Sportstudentin die Konkurrenz nicht außer Acht lassen wollte. Gleich im Vorlauf verbesserte sie ihre Hausmarke auf 31,08 Sekunden und zog damit als Schnellste in das Finale ein. Hochkonzentriert ging sie dort an den Start und hielt nicht nur Europameisterin und Titelverteidigerin Janne Schäfer (SV Nikar Heidelberg) in Schach, sondern konnte nach 31,20 Sekunden ihren ersten deutschen Meistertitel feiern. Der Lohn war die Fahrkarte zur WM in der „ewigen Start“. Vorher wird Kerstin Vogel (die bereits dreimal bei einer Europameisterschaft startete) noch an den Studenten-Weltmeisterschaften in Belgrad teilnehmen. „Nur kurz zu den 50 m Brust für zwei Tage hin und dann nach Italien“, lautet ihre Planung. Eine Endlaufteilnahme in der serbischen Hauptstadt ist nicht abwegig.

Ein starkes Rennen lieferte die Kölnerin auch über 100 m Brust. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit, dass zum Ende des Rennens die Kräfte nachlassen, kam sie zum Schluss noch auf und belegte in ausgezeichneter persönlicher Bestzeit von 1:08,34 Minuten Rang drei. Bereits im Vorlauf hatte sie mit 1:09,13 Minuten ihre bisherige Bestmarke steigern können. Mit 26,02 Sekunden qualifizierte sie sich als Sechste auch für das Finale über 50 m Freistil. Eine Entscheidung, bei der alle Augen in der Berliner Schwimmhalle auf die Lokalmatadorin Britta Steffen gerichtet waren, die aber nicht den erhofften Weltrekord erzielte. Kerstin Vogel belegte mit ansprechenden 25,85 Sekunden Rang sechs. Eher „Beschäftigungstherapie“ waren die 100 m Freistil, bei denen sie nach 57,36 Sekunden Rang 18 belegte. In Zukunft wird sie für SV Wasserfreunde 98 Hannover an den Start gehen, nachdem ihr Trainer Ralf Steffen in Niedersachsen als Landestrainer engagiert wurde.
Die Studenten-Weltmeisterschaften hatte auch Florian Abele (der noch im Dezember überraschend bei der Kurzbahn-EM in Rijeka zum deutschen Team gehörte) im Visier, doch der Chemiestudent tat sich in der deutschen Hauptstadt schwer. Zweimal verfehlte er nur um wenige Hundertstelsekunden das Finale der besten Acht und stand damit lediglich im B-Finale. Über 50m Brust schwamm Abele 29,06 Sekunden und über die 100-Meter-Bruststrecke benötigte er 1:03,71 Minuten. In beiden Fällen belegte er Rang elf. Einen Platz, den er auch nach dem Vorlauf über 200 m Brust (2:20,47) inne hatte, doch meldete er sich hier für das „kleine Finale“ ab.

Zwei starke Einzelrennen zeigte Svenja Gerstenberger, die dabei mit 4:21,51 Minuten über 400m Freistil das B-Finale als Vorlauf-Zehnte nur hauchdünn verpasste. Im Finale war dann die berühmte „Luft“ raus. Nach 4:25,37 Minuten belegte sie letztlich Rang 14. Auf der selben Platzierung landete sie auch über 1500 m Freistil. Nach einem grandiosen Rennen zeigte die elektronische Zeitmessung 17:19,82 Minuten. „Erstmals unter 18 Minuten“, staunte die 21 Jahre alte Studentin über sich selbst. Zufrieden war sie auch mit ihren 2:05,75 Minuten als Startschwimmerin der 4x200-Meter-Freistilstaffel der SSG Reutlingen/Tübingen, die in der Endabrechnung ebenfalls 14. wurde.