Noch einen Wettkampftest auf hohem Niveau sollte Kerstin Vogel (jetzt SV Rhenania Köln) als ehemaliges Aushängeschild des Schwimmvereins Schwäbisch Gmünd vor ihrer Premiere bei den Weltmeisterschaften in Rom (17. Juli bis 2. August) bestreiten. Da kamen die Studenten-Weltmeisterschaften gerade recht.
Die 24 Jahre alte Studentin der Sporthochschule in Köln ging dabei über ihre Spezialstrecke 50m Brust an den Start und gehörte nach dem zweiten Platz im Vorlauf mit 31,76 Sekunden („Da bin ich noch recht verhalten geschwommen“) plötzlich zum Kreis der Medaillenkandidatinnen. Da sie sich mit 31,38 Sekunden gar als schnellste Starterin der beiden Halbfinals für die Entscheidung qualifizierte, schien zumindest Edelmetall in greifbarer Nähe. „Ich war aber danach schon recht platt“, klagte sie danach, wollte aber im Endlauf „angreifen“. Vor diesem stand noch ein Start mit dem deutschen 4 x 100 m-Lagen-Quartett im Vorlauf auf dem Programm von Kerstin Vogel, die dabei mithalf, die Mannschaft ins Finale zu bringen. „Da lief alles bestens“, meinte sie. Doch im Finale über die 50 m Brust zeigte sie Nerven. Nach 31,75 Sekunden und Rang vier war die Enttäuschung bei der Kölnerin riesengroß. Was auch verständlich war, denn den Titel sicherte sich mit 31,55 Sekunden die Russin Daria Deewa. Bei nur halbwegs der Halbfinalleistung wäre Kerstin Vogel eine Medaille mehr als sicher gewesen. Ab sofort wird sie sich nun in Ravenna mit der deutschen Mannschaft auf die WM in Rom vorbereiten.