Einmal mehr standen bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in der für 16,6 Millionen Euro gründlich runderneuerten „Schwimmoper“ in Wuppertal zwei ehemalige Akteure des SV Gmünd im Finale. Während Kerstin Vogel (SG Essen) dabei eine Vizemeisterschaft einfahren konnte, verpasste Florian Abele (SV Nikar Heidelberg) den Sprung auf das Siegertreppchen hauchdünn.
Lange Zeit sah es für Abele über 200 m Brust danach aus, als könne er seinen Coup von 2008 wiederholen, als er völlig überraschend Vizemeister wurde und sich sogar für die Kurzbahn-Europameisterschaften in Rijeka qualifizieren konnte. Nach einem beherzten Beginn verließen den Chemiestudenten auf der letzten Bahn die Kräfte und er musste noch zwei Gegner vorbei lassen. Am Ende belegte er mit 2:12,44 Minuten und nur sieben Hundertstelsekunden Rückstand zu Rang drei den vierten Platz. „Man muss etwas wagen, sonst kann man nicht gewinnen“, lautete die Devise des Ex-Gmünders, der sich dabei gerade noch als Achter in das Finale geschwommen hatte. Auch über 100 m Brust fehlte ihm nur wenig, um sich im Spitzentrio zu platzieren. Zwar wurde Florian Abele im Finale mit 1:01,04 Minuten Sechster, doch Rang drei war nur 28 Hundertstelsekunden entfernt. Bei seinem dritten Finalrennen kam er an der Wupper mit 28,27 Sekunden nicht über Platz acht hinaus. Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass er nicht zu den Sprintspezialisten zählt. Mit seinen inzwischen 25 Jahren denkt er so langsam über das Ende seiner Karriere nach. „So ein, zwei Jahre würde ich aber noch gerne schwimmen“, meinte er und wird sich demnächst mit seinem Trainer in Heidelberg darüber unterhalten.
Alle sieben Stationen
Einige Reisestrapazen hatte in den vergangenen zwei Monaten Kerstin Vogel hinter sich, bevor sie nach Wuppertal kam. Sie gehörte zu einem Trio, das der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) durch das „Fegefeuer“ aller sieben Stationen des Kurzbahn-Weltcups schickte. Rio de Janeiro („morgendliches Joggen am Traumstrand der Copacabana war mein persönliches Highlight“), Peking, Singapur, Tokio, Berlin, Moskau und Stockholm waren die Stops au der Tour. „Das war alles ein großartiges Erlebnis, aber ich bin auch ganz schön kaputt“, meinte die Ex-Gmünderin, die bei den nationalen Meisterschaften einmal mehr Vizemeisterin über 50 m Brust in 31,25 Sekunden wurde.
Allerdings verpasste sie dabei die vom DSV geforderte Richtzeit für die Kurzbahn-Europameisterschaften in der kommenden Wochen in Eindhoven. „Die Norm war recht hoch angesetzt und kaum zu erreichen“, hatte die ebenfalls 25 Jahre alte Sportwissenschaftlerin schon zuvor damit gerechnet, dann nicht wieder auf Reisen zu gehen. Daneben stand sie in Wuppertal noch in drei weiteren Einzelfinals. Rang vier über 100 m Brust in 1:08,32 Minuten, ein Siebter Platz über 50 m Freistil (25,75 Skeunden) und Achte über 100 m Lagen (1:03,09 Minuten) waren ihre weiteren Ergebnisse.
Dazu kam eine Vizemeisterschaft mit dem Team der SG Essen über 4 x 50 m Freistil (1:41,88 Minuten).