Mühlleitner trainiert bald in Saarbrücken - SVG-Talent geht

Henning Mühlleitner wird seine Trainingsgruppe beim Schwimmverein Schwäbisch Gmünd verlassen und in Zukunft bei der SSG Saar Max Ritter in Saarbrücken trainieren. Einen Vereinswechsel soll es – zumindest vorläufig – aber nicht geben. Als Gründe für den Umzug ins Saarland nennt der 16 Jahre alte Schüler vor allem, dass mit 35 Schulstunden am Hans-Baldung-Gymnasium (zugleich eine Partnerschule des Olympiastützpunkts Stuttgart) der für einen Athleten seiner Klasse notwendige Aufwand von 20 bis 24 Stunden an Training nicht zu realisieren ist. Im Saarland können Leistungssportler ihre Schulzeit von zwei auf drei Jahre strecken. Zudem gibt es dort mit einer ganzjährig benutzbaren 50m-Halle fast ideale Voraussetzungen für den Leistungssport.

„Damit verlieren wir einen unserer talentiertesten Athleten der letzten Jahre, auch wenn im Moment ein Vereinswechsel nicht zwingend erforderlich scheint“, zeigte sich Roland Wendel enttäuscht. Weniger von dem Wechsel von Henning Mühlleitner in ein anderes Bundesland („ein Wechsel nach Stuttgart oder Heidelberg kam für ihn zu keinem Zeitpunkt in Frage“), als von den sportpolitischen Voraussetzungen in Baden-Württemberg. „Den politischen Fensterreden zu diesem Thema sollten endlich konkrete und verbindlich einforderbare Vereinbarungen zwischen Sport und Schule folgen. Es reicht nicht, wenn Sportfunktionäre mit der Politik Willenserklärungen austauschen“, verschaffte der SVG-Vorsitzende seinem Unmut Luft. „So können die von der Gesellschaft geforderten Medaillen nicht gewonnen werden“, fügte er hinzu.

„Er hat mit einem enormen Aufwand viel erreicht, aber es war immer ein großer Spagat, um den Sport zusammen mit der Schule unter einen Hut zu bringen“, bedauert auch Patrick Engel die Ankündigung von Mühlleitner bereits am Mitte August in Saarbrücken zu trainieren und auch dort zur Schule zu gehen. „Frühtraining um 5.45 Uhr ist alles andere als ein Zuckerschlecken“, wünscht sich nicht nur der SVG-Trainer ein ganzjährig nutzbares 50-Hallenbad in Gmünd. „Das ist genau das, was uns fehlt“, stellt Patrick Engel fest. Zumal sein bisheriger Schützling als Spezialist für die längeren Strecken einen höheren Trainingsaufwand leisten muss, als zum Beispiel ein Sprinter. „In Saarbrücken gibt es die ideale Infrastruktur dafür.“

© Gmünder Tagespost 17.07.2013