„Riesenbock“ auf den Aufstieg - Deutsche Mannschaftsmeisterschaften, Oberliga: SV Gmünd peilt 2. Bundesliga an

Der Gmünder Schwimmer Henning Mühlleitner peilt über die 200m Freistil eine Zeit unter 1:50 Minuten an und will damit seinen Teil beitragen, dass der SVG den Sprung in die 2. Bundesliga schafft. (Foto: Laible)

Eines ist schon jetzt klar. Wenn sich das Männerteam des Schwimmvereins Schwäbisch Gmünd am Samstag vor heimischer Kulisse im Gmünder Hallenbad (Beginn 12 Uhr) bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Richtung 2. Bundesliga aufschwingen will, dann wird es am Abend keine Aufstiegsfeier geben.

Der Grund wird dann weniger ein (möglicherweise) verpasster Aufstieg in die Südgruppe sein, sondern die Terminplanung in den anderen Landesverbänden, deren Ergebnisse in den Fernkampf um die freien Plätze in der nächsthöheren Liga mit einfließen. Im Gegensatz zur Oberliga Baden-Württemberg und dem Oberhaus in Hessen, stehen die entsprechenden Runden in Bayern und Rheinland-Pfalz erst am Sonntag auf dem Programm. In Sachsen schwimmt man gar erst am 9. Februar. „Dann müssen wir eben warten“, gibt sich Roland Wendel an dieser Stelle ziemlich gelassen. Vielmehr treibt den SVG-Vorsitzenden das Wohlbefinden der Mannschaft um. „Hoffentlich holt sich keiner mehr eine Erkältung oder gar mehr“, sorgt nicht nur er sich um die Gesundheit. „Ausfallen darf keiner“, sagt auch Patrick Engel. Ansonsten hätte der Schwimmvereinstrainer ein „kleines“ Problem. „Bislang sind alle fit und brennen geradezu auf den Durchgang“, verkündet er und ist überzeugt, dass es eine Reihe von Vereinsrekorden geben wird. „Die Leistungen im Training sprechen dafür“, lautet seine Beobachtung.

So will er gleich mit drei „Granaten“ in den Durchgang starten. Mit den „SVG-Musketieren“ Henning Mühlleitner (200m Freistil), Maximilian Forstenhäusler (100m Brust) und Per Kleinschmidt (200m Rücken) soll die Konkurrenz erst einmal geschockt werden. Vor allem auf den seit vergangenen August in Saarbrücken trainierenden Henning Mühlleitner hält der Patrick Engel große Stücke. „Er hat einen Riesenbock und peilt über 200m Freistil eine Zeit unter 1:50 Minuten an“, berichtet der SVG-Trainer. So schnell war noch kein Gmünder über diese Strecke, denn der Vereinsrekord von Henning Mühlleitner steht seit Ende November bei 1:51,21 Minuten. Sollte er dies packen, hätte dies Signalwirkung auf die gesamt Mannschaft. „Dann will sich keiner mehr hängen lassen“, sagt Engel, der zuversichtlich ist, dass das gesamte Team in Topform ist, zu dem noch Eric Wendel, Simon-Harvey-Trünkle, Pascal Herklotz, Daniel Oetzel, Hans-Peter Gratz, Kevin Liedle und „Altmeister“ Philipp Sobl gehören.

„Wir werden besser sein, als im Vorjahr“, sagt Patrick Engel. Wenngleich seine „Hochrechnung“ von 15 137 Punkten für die 26 Rennen auf den ersten Blick eher mager im Vergleich zu 38 468 Zählern aus dem Vorjahr aussieht. Doch es hat sich im Reglement in den vergangenen zwölf Monaten viel getan. Einmal wird nur ein Durchgang geschwommen, dann wurden mit den 50m-Strecken über Brust, Rücken und Schmetterling drei Wettbewerbe gestrichen und dann gibt es noch eine neue Punktetabelle. „Alles in allem sind das bald 5000 Punkte bei einem Durchgang“, rechnet Patrick Engel vor.

Die Konkurrenz im Kampf um den Aufstieg kommt eher aus den anderen Bundesländern, als aus Baden-Württemberg. Ein Auge wirft man beim Schwimmverein aber trotzdem auf den zweiten Teil der Oberliga in Baden-Württemberg, der parallel in Villingen an den Start gehen wird. Dort sind mit der SG Schwarzwald-Baar-Heuberg und der SG Region Karlsruhe immerhin zwei Mannschaften am Start, die im Vorjahr ein paar Punkte mehr als der SVG sammeln konnten. Allerdings werden sie von Patrick Engel nicht mehr ganz so stark eingeschätzt. Schon eher muss man einen Blick nach Bayern und Hessen werfen. Dort sind einige Vereine am Start, die den Gmünder sehr wohl Paroli bieten wollen (und vermutlich auch können). Die Rückkehr in die Südgruppe der 2. Bundesliga nach einem Dutzend an Jahren der Abstinenz ist also keinesfalls ein Selbstläufer.

© Gmünder Tagespost 30.01.2014