Es wurde nicht nur an Vereinsrekorden gekratzt. Vielmehr konnte Patrick Engel beim „Swimcup“ in Eindhoven fünf neue Hausmarken für den Schwimmverein Schwäbisch Gmünd notieren. Mit Maximilian Forstenhäusler und Henning Mühlleitner gingen zwei Teilnehmer aus den Reihen des SVG-Quartetts, das sich in den Niederlanden zwischen Weltklasseathleten tummelte, auf Rekordjagd. Aber auch mit der Vorstellung von Per Kleinschmidt und Lisa Schulz auf der 50m-Bahn im „Pieter-van-den-Hoogenband-Bad“ zeigte sich Patrick Engel zufrieden. „Ich habe deutliche Fortschritte bei allen gesehen“, meinte er und konnte eine gelungene Generalprobe für die Deutschen Meisterschaften feiern, die vom 1. bis 4. Mai in Berlin stattfinden werden. „Aber wir haben auch noch Luft nach oben“, fügte der SVG-Trainer hinzu. Angesichts von mehr als starker Konkurrenz gab es allerdings nur einen Podestplatz für die Gmünder. Lisa Schulz belegte im Finale der Juniorinnen (Jahrgang 1998/99) über 200m Lagen Rang zwei. Verpasste Maximilian Forstenhäusler zum Auftakt des viertägigen Meetings mit 4:24,24 Minuten und Rang zehn in der offenen Klasse über 400m Lagen noch die SVG-Bestmarke (4:36,07 Minuten), kam er im Verlauf der Veranstaltung immer besser in Schuss. Zunächst qualifizierte er sich mit 2:09,53 Minuten für das Finale ebenfalls in der Klasse über 200m Schmetterling und war schon da in Reichweite des Vereinsrekords von Philipp Sobl.
Forstenhäusler entscheidet Junioren-Wertung klar für sich
In der Entscheidung ließ sich Maximilian Forstenhäusler nicht lumpen und steigerte sich auf hervorragende 2:08,33 Minuten Die alte Marke (die fast 13 Jahre Bestand hatte) unterbot er damit um gleich 1,04 Sekunden. Damit belegte er Rang sechs. Die Junioren-Wertung des Jahrgangs 1996/97 hätte er damit klar gewonnen. Vereinsrekord Nummer zwei war dann über 200m Lagen fällig. Hielt sich der Gmünder im Vorlauf mit 2:11,08 Minuten noch merklich zurück, ließ er in der Junioren-Entscheidung seine Klasse erneut aufblitzen und steigerte sich hier auf starke 2:09,21 Minuten. Damit blieb er deutlich unter dem bisherigen Vereinsrekord von Andreas Seitz mit 2:10,44 Minuten und der ebenfalls schon 13 Jahre au dem Buckel hatte. Der „Hunger“ nach neuen Bestmarken war bei Maximilian Forstenhäusler damit aber noch nicht gestillt. Blieb er im Vorlauf über 100m Schmetterling mit 57,78 Sekunden noch über der fast fünf Jahre alten Marke von Philipp Sobl (57,40 Sekunden), war diese dann im Junioren-Finale fällig und steht nun au 56,89 Sekunden. Maximilian Forstenhäusler belegte damit in ser Altersklassenwertung Rang vier. Elfter wurde er bei den Junioren mit 1:57,20 Minuten über 200m Freistil und die 400m Freistil sahen ihn nach 4:16,01 Minuten auf Platz 24 in der offenen Klasse.
Mit großen Vorschusslorbeeren kam Henning Mühlleitner nach Eindhoven, nachdem er zuvor mit dem Stützpunkt in Saarbrücken eine Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada absolviert hatte. Obwohl er gar nicht für seine Paradestrecken über die längeren Freistildistanzen gemeldet hatte, konnte er trotzdem mit zwei SVG-Vereinsrekorden überzeugen. So steigerte er sich nach 1:55,04 Minuten im Vorlauf über 200m Freistil in der Junioren-Entscheidung auf 1:53,90 Minuten und verdrängte bei seinem fünften Platz die bisherigen Marke von Holger Maier aus dem Jahr 1998 (die bei 1:54,30 Minuten stand) aus den Annalen. „Das kommt nicht unerwartet“, meinte Patrick Engel, der schon nach dem Vorlauf mit einer neuen Vereinsbestmarke gerechnet hatte.
Mühleitner knackt über 30 Jahre alten Rekord
Über 100m Rücken schnappte sich Henning Mühlleitner mit 59,48 Sekunden einen der ältesten SVG-Rekorde überhaupt. Die wurde seit dem 30. Juli 1981 mit 59,67 Sekunden von Stefan Talgner gehalten und war endlich fällig. Zwar qualifizierte sich Henning Mühlleitner damit für das Junioren-Finale in Eindhoven, meldete dafür aber wegen einer langen Heimreise nach Gmünd ab. Bei seinen weiteren Rennen beim „Swimcup“ belegte er bei den Junioren über 100m Schmetterling Rang zwölf (1:00,08 Minuten) und über 50m Freistil war es dann Platz 22 in 25,35 Sekunden.
Kleinschmidt verpasst Bestmarke nur um Hundertstelsekunden
Noch auf seinen ersten SVG-Vereinsrekord muss Per Kleinschmidt warten, der über 50m Rücken in 28,42 Sekunden (Rang 26) die ebenfalls noch aus dem Jahre 1981 stammende Marke von Stefan Talgner noch um 24 Hundertselsekunden verpasste. Seine besten Platzierungen konnte Per Kleinschmidt in Eindhoven über 200m Rücken (in 2:16,08 Minuten) und 100m Rücken (in 1:01,19 Minuten) au den Plätzen 17 und 18 einschwimmen. Obwohl dem Jahrgang 1998 angehörend, hatte er den Nachteil, dass er laut Reglement in allen Wettbewerben in der offenen Klasse antreten musste. So wollte Engel auch den übrigen Platzierungen über 100m Schmetterling (74. in 1:03,05 Minuten), 100m Freistil (89. in 56,04 Sekunden) und 50m Freistil (90. in 25,70 Sekunden) keine große Bedeutung zumessen. „Er hat sich gut präsentiert und das war wichtig“, so das Fazit des Trainers.
Schulz wieder auf Erfolgskurs
Der durfte sich auch über die Vorstellung von Lisa Schulz freuen, die nach langer Durststrecke so langsam wieder in Fahrt kommt. Immerhin war sie für die beste Platzierung des SVG-Quartetts in Eindhoven mit Rang zwei in 2:29,77 Minuten über 200m Lagen in der Entscheidung der Juniorinnen zuständig. Mit guten 35,13 Sekunden verpasste sie Vierte über 50m Brust nur knapp einen weiteren Podestplatz. Sechs in ihrer Altersklasse wurde sie mit 1:19,46 Minuten über die 100m-Brustdistanz (nach 1:18,56 Minuten im Vorlauf). Ohne Ergebnis blieb die Gmünderin über 200m Brust, bei denen sie disqualifiziert wurde. Die 400m Lagen beendete Lisa Schulz nach 5:18,62 Minuten in der offenen Klasse auf Rang 14.
© Gmünder Tagespost 15.04.2014
