Archiv 2014

Fast 100 Prozent Nichtschwimmer - Projekt Schwimmvereine in Ganztagesschulen – Schwimmverein Gmünd zieht Bilanz

80 Nichtschwimmer nahmen im vergangenen Projektjahr am Kursangebot des Gmünder Schwimmvereins teil – hier machen die Kinder des Schwimmkurses der Hardtschule ihre, zum Teil, ersten Erfahrungen im Wasser.

Nach einem Jahr der Pilotphase des Projektes „Schwimmvereine in Ganztagesschulen“ zog der SV Gmünd Bilanz. Fazit: Das erfolgreiche Projekt geht weiter, der Bedarf ist riesig. „Auch in diesem Jahr können im Durchschnitt 78 Prozent, vereinzelt bis zu 100 Prozent der Grundschüler nicht schwimmen“, so Projektleiter Kregler.

„Immer mehr Grundschüler können nicht schwimmen“, sagt Steffen Kregler vom Schwimmverein Schwäbisch Gmünd. Dass dies aber nicht nur ein kurzfristiger Trend – oder wie laut Kregler viele Eltern denken nur auf einen Bruchteil der frisch Eingeschulten zutrifft – der irrt. Im Durchschnitt können nach Erhebungen der Projektschulen 78 Prozent der Kinder nicht schwimmen. An der Hardtschule liegt die Quote unter den Erstklässlern bei fast 100 Prozent Nichtschwimmer. Rektorin Bärbel Schlienz verweist auf Probleme, die im Elternhaus beginnen: „Viele unserer Kinder haben nicht einmal Badesachen. Da müssen wir vor der ersten Schwimmstunde erstmal im Kollegium Handtücher sammeln.“ Den Kindern dann das Schwimmen alleinig durch den Lehrer im Unterricht beizubringen sei aber fast unmöglich. „Die Klassen sind viel zu groß, das geht nicht.“ Daher sei die Hilfe des Schwimmvereins unabdingbar.

Im vergangenen Projektjahr konnten von 112 Nichtschwimmern der Klösterle-, Hardt- und Rauchbeinschule 80 Erstklässler am Kursangebot teilnehmen. Von diesen wurden immerhin 32 Kinder zu Schwimmern, 17 schlossen mit dem „Seepferdchen“ ab. Damit senkte der SV die Nichtschwimmerquote in den Schulen um rund 22 Prozentpunkte.
„Das ist ein Erfolg, denn wir mussten aufgrund der hohen Nachfrage viel mehr Kinder in einen Kurs stecken als wir geplant hatten. Gut wären acht, unterm Strich waren es zehn bis 15 Kinder pro Einheit“, so Kregler.

Absolviert wurden die Schwimmeinheiten – jeder Schüler nimmt an ungefähr 13-15 Einheiten teil – von zwei Übungsleitern, drei PH-Studenten und einer FSJlerin. „Viele der Kinder sind bei uns zum ersten Mal im Wasser und müssen erst einmal die Wassergewöhnung schaffen, da viele Eltern das heutzutage nicht mehr machen“, berichtet die ehemalige FSJlerin Yasmin Raabe noch aus der Pilotphase. Steffen Kregler bemerkt vor allem bei Kinder mit Migrationshintergrund vermehrt Probleme: „Hier ist schon recht deutlich zu sehen, dass viel mehr Erstklässler, besonders von den Asylbewerbern, nicht schwimmen können und häufig nicht mal eine Badehose besitzen.“
Die PH-Studentinnen Sabrina Otterbein und Svenja Blenke helfen zukünftig beim Projekt mit: „Wir sehen wie groß der Bedarf ist und möchten helfen.“ So sei laut Kregler der Bedarf an Nichtschwimmern noch weitaus größer als das Angebot momentan hergeben kann. Im letzten Jahr beispielsweise wäre allein an den drei Schulen noch Bedarf für über 30 weitere Kinder gewesen. „Wir werden die Arbeit auf jeden Fall fortsetzen und können uns sogar vorstellen in den nächsten Jahren mit noch mehr Übungsleitern noch mehr Schulen und Kinder zu betreuen“, so Kregler. Grundlage hierfür sei aber die Finanzierungssicherheit durch das Jugendbegleiterprogramm des Kultusministeriums Baden-Württemberg.

© Gmünder Tagespost 10.11.2014 19:25:46


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