Archiv 2014

„Das war der absolute Hit“ - Deutsche Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal – 1. und 2. Wettkampftag

War schon der Auftakt für Henning Mühlleitner vom Schwimmverein Schwäbisch Gmünd bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal ein Paukenschlag, als er über 400m Lagen seinen SVG-Vereinsrekord auf 4:23,74 Minuten schraubte, folgte sogleich ein zweiter „Knaller“. „Das war der absolute Hit“, jubelte SVG-Trainer Patrick Engel nach den 800m Freistil, des seit 15 Monaten in Saarbrücken trainierenden Gmünders. Der Schwimmvereinstrainer und der SVG-Anhang vor Ort traute seinen Augen nicht, was sich das auf der 25m-Bahn der „Schwimmoper“ im Bergischen Land abspielte. Mit grandiosen 7:54,49 Minuten stellte Henning Mühlleitner nicht nur seinen zweiten Vereinsrekord in Wuppertal auf, sondern klopfte mächtig an die Tür des deutschen „Schwimm-Establishments. Am Ende belegte er einen hervorragenden sechsten Platz in einem Klassefeld.

Dabei war es eine Augenweide, wie er die 32 Bahnen fast wie ein Uhrwerk abspulte. Schon bald nach dem Start war klar, dass der Junioren-Europameister mit der 4x200m-Freistilstaffel vom Sommer auf dem Weg zu einer neuer persönlichen Bestzeit war und der direkt aus einem Trainingslager auf Fuerteventura nach Wuppertal kam. Es stellte sich nur die Frage, ob er die Acht-Minuten-Grenze unterbieten kann. Aber auch dies war schnell geklärt. Bereits bei der Hälfte des Rennens wackelte seine SVG-Bestmarke von 3:53,94 Minuten mächtig. Als er die 400m-Marke passierte lag er nur 1,09 Sekunden darüber. Als Henning Mühlleitner im Ziel war, hatte er seinen 800m-Vereinsrekord (der er vor genau einem Jahr an gleicher Stelle erzielt hatte) um nicht weniger als 12,34 Sekunden unterboten.

Damit bewegte sich der Gmünder in einem Bereich, der für die Zukunft noch auf mehr hoffen lässt. So trennen ihn zum Beispiel keine fünf Sekunden mehr vom deutschen Altersklassenrekord für seinen Jahrgang 1997. Der wird mit 7:49,72 Minuten von keinem geringerem als Paul Biedermann (SV Halle/Saale) seit elf Jahren gehalten – und was aus ihm wurde, ist hinlänglich bekannt. In welcher Klasse sich Henning Mühlleitmer beim Schwimmverein bewegt, zeigen seinen Vereinsrekorde. Inzwischen hält er über acht von 18 möglichen Einzelstrecken auf der 25m-Bahn die SVG-Bestmarke. Dabei hat er noch ein paar Strecken in Reserve, über die er noch nicht in den Rekordannalen des Vereins steht.

Bereits in seinem Besitz ist die Bestzeit über 1:50,71 Minuten über 200m Freistil, an denen er sich aber am zweiten Tag der Titelkämpfe in Wuppertal die Zähne ausgebissen hat. Im Vorlauf am frühen Morgen verfehlte er mit 1:50,97 Minuten diese Marke knapp und belegte damit aber lediglich Rang 32 (in Wuppertal gibt es nur eine Wertung für die offene Klasse). „Er fühlte sich nicht sonderlich wohl, jetzt hoffen, wir, dass da kein Infekt im Anflug ist“, wollte Patrick Engel dessen Leistung nicht überbewerten. Vier Plätze hinter ihm rangierte bereits der gleichaltrige Maximilian Forstenhäusler, der seine persönliche Bestzeit auf 1:51,11 Minuten steigern konnte und – wie erwartet – besser in Schwung kam, als am Vortag über 400m Lagen, bei denen er mit 4:32,32 Minuten seinen Hausrekord noch knapp verfehlt hatte.

„Er hat sich nicht unbedingt auf diese Strecke vorbereitet, zudem gibt es an den Wenden noch Verbesserungspotential“, meinte Patrick Engel, der aber nicht nur mit Henning Mühlleitner mehr als zufrieden war. „Habe selten so ein geniales Rennen von ihr gesehen“, war er voll des Lobes über Lisa Schulz, die als Spezialistin für die Bruststrecken sich über 1500m Freistil für diese Meisterschaften hat qualifizieren können. Mit famosen 17:58,78 Minuten verpasste sie den 16 Jahren alten SVG-Vereinsrekord um minimale 33 Hundertstelsekunden. Damit landete sie im Mittelfeld auf Rang 41. „Ich habe gar nicht so richtig realisiert, dass sie auf kurz davor war, eine neue Bestmarke zu erzielen“, war auch Patrick Engel über die Vorstellung erstaunt. In ähnlichen Regionen wie Lisa Schulz bewegten sich über 800m Freistil Per Kleinschmidt mit 8:37,08 Minuten (der sich dabei ebenfalls enorm verbessern konnte) auf Platz 46 und Hans-Peter Gratz in 8:55,04 Minuten auf Rang 58.

Eher eine Nebenstrecke war für Maximilian Forstenhäusler die 50m Schmetterling, zumal er bislang als Sprinter noch nicht so recht in Erscheinung getreten ist, sondern es eher mit den längeren Distanzen hat. In 25,67 Sekunden belegte er hier am Ende Rang 45. Nicht so recht in Tritt kam Per Kleinschmidt über die 50m Rücken.
In 27,35 Sekunden belegte er als einer der jüngsten Starter überhaupt Platz 58, doch tut sich der ebenfalls seit diesem August in Saarbrücken trainierende Gmünder noch schwer mit der Umstellung auf einen deutlich gesteigerter Trainingsumfang. Rang 46 gab es für Christina Rollny in 2:21,43 Minuten über 200m Rücken und die damit aufsteigende Tendenz zeigte.

Gut hielt sich auch das Männer-Quartett über 4x50m Freistil mit „Oldie“ Simon-Harvey Trünkle, Maximilian Forsenhäusler, Per Kleinschmidt und Henning Mühlleitner. Nach 1:35,63 Minuten lagen die vier Gmünder in der Endabrechnung auf Rang 18. Damit fanden die abendlichen Finals erwartungsgemäß ohne Gmünder Beteiligung statt. Dagegen konnte sich dafür über als Fünfter 100m Brust der Ex-Gmünder Florian Abele (SV Nikar Heidelberg) in starken 1:00,27 Minuten qualifizieren, wie auch Maxine Wolters (SG Bille Hamburg) als ebenfalls Fünfte in 2:09,53 Minuten über 200m Rücken und die damit auf den Spuren ihrer Mutter Marion Zoller wandelt.

© Gmünder Tagespost 20.11.2014 21:57:57


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