Archiv 2014

„Völlig unerwartete Dimensionen“ - SV Schwäbisch Gmünd bei den Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal: Am Beckenrand aufgeschnappt ...

Henning Mühlleitner sorgte bei den Kurzbahn-Meisterschaften für Furore.

Nach einem eher lockeren Übungsabend für die Wuppertal-Starter zu Beginn der Woche wird Trainer Patrick Engel beim Schwimmverein Schwäbisch Gmünd im Laufe der Woche die Trainingszügel wieder anziehen. Es soll kein Ausruhen auf den starken Leistungen bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in der vergangenen Woche geben.
Doch lohnte nochmals ein Rückblick auf die Resultate in der „Schwimm-Oper“ im Bergischen Land, mit denen der Trainer des Schwimmverein Schwäbisch Gmünd weitgehend zufrieden war. Vor allem weil die beiden Aushängeschilder des Vereins,Henning Mühlleitner und Maximilian Forstenhäusler, für Furore sorgten und im kommenden Jahr bei den Junioren-Europameisterschaften startberechtigt sind. Diese finden im Rahmen der 1. Europaspiele in Baku (Aserbaidschan) vom 23. bis 27. Juni statt. Nach derzeitigem Stand mit guten Aussichten für den Schwimmverein und seine beiden Topkräfte.

Wenngleich alles nur eine Momentaufnahme ist und sich schnell wieder ändern kann. Aber nach den Meisterschaften von Wuppertal liegt Henning Mühlleitner mit seinen SVG-Vereinsrekorden von 7:54,49 Minuten über 800m und 15:00,21 Minuten über 1500m Freistil in der europäischen Rangliste in der Altersklasse des Jahrgangs 1997/98 auf einem hervorragenden zweiten Platz. Beide Zeiten bedeuteten so nebenbei auch noch die Premiere für ihn in der Liste der Landesrekorde für den Bereich des Schwimm-Verbands Württemberg (SVW). Angeführt wird die Liste – in der es gerade am vergangenen Wochenende viel Bewegung gab – von dem Franzosen Nicolas D’Oriano mit 7:53,04 und 14:54,82 Minuten. Zeiten, die auch für den Gmünder Schwimmer Henning Mühlleitner nicht außer Reichweite erscheinen.

Auch die 400m Freistil werden von dem Franzosen D’Oriano mit 3:47,45 Minuten angeführt. Knapp dahinter tummelt sich ein Trio, in dem der Gmünder mit seinen 4:48,93 Minuten hinter zwei weiteren Konkurrenten aus Dänemark (3:48,64) und Russland (3:48,69) derzeit Vierter ist. Alles im allem keine schlechte Ausgangssituation im Hinblick auf die nächsten Junioren-Europameisterschaft. Im Sommer dieses Jahres hatte Henning Mühlleitner ja schon bei diesen Titelkämpfen im niederländischen Dordrecht neben Gold mit der 4x200m-Freistilstaffel über 800m Freistil immerhin schon einen nie erwarteten fünften Rang belegt. „Er ist erneut in völlig neue und unbekannte Dimensionen geschwommen“, sieht Patrick Engel noch kein Ende der Entwicklung bei seinem Schützling.

Dies gilt auch für Maximilian Forstenhäusler, der sich ebenfalls beginnt in der Europarangliste dieser Altersklasse einzunisten. Mit seinem SV Schwäbisch Gmünd-Vereinsrekord von 2:03,35 Minuten nimmt er über 200m Schmetterling derzeit Platz 18 ein. Keine schlechten Voraussetzungen für das Ziel eines Starts bei der Nachwuchs-Europameisterschaft in der Hauptstadt von Aserbeidschan. „Ich denke, er sollte sich auf die 200m Lagen konzentrieren, da ist er richtig stark“, meinte Patrick Engel. Bislang galten auch den 200m Schmetterling ein Hauptaugenmerk, doch da tut sich der Gmünder immer wieder ein wenig schwer. Zur Belohnung gab es für Henning Mühlleitner eine Einladung zu einem Meeting am 13. und 14. Dezember in Maribor in Slowenien, bei dem er mit einem Nachwuchs-Team des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) am Start sein wird.

Zu den Topkandidatinnen und Hoffnungen des DSV für die Junioren-EM in Baku gehört auch Maxine Wolters, die für die SG Bille Hamburg startet. Als Tochter von Marion Zoller, eine von Gmünds erfolgreichsten Schwimmerinnen aller Zeiten, blickt man aber im Remstal und beim SVG auf deren Entwicklung. In Wuppertal gab es für die 15 Jahre alte Schülerin gar einen ersten Podestplatz mit 2:11,52 Minuten über 200m Lagen. Zweimal Vierte wurde die Hamburgerin über 100m (59,87 Sekunden) und 200m Rücken (2:08,37 Minuten). Aber alle drei Strecken stellte sie damit die Bestmarken ihrer Mutter (die noch immer SVG-Vereinsrekorde bedeuten) locker in den Schatten. Zudem nimmt Maxine Wolters über all drei Strecken auch Platz eins der Europarangliste in ihrer Altersklasse des Jahrgangs 1999/20000 ein.

In seinem „schwimmerischen Herbst“ befindet sich dagegen Florian Abele, der ebenfalls mit dem Schwimmsport beim SVG begann, seit Jahren aber für den SV Nikar Heidelberg startet und in Wuppertal einen Coup landete. Im Finale über 50m Brust landete der 29 Jahre alte Chemiker in 27,45 Sekunden auf Podestplatz drei. Nach 1:00,27 Minuten im Vorlauf über die doppelt so lange Strecke lieferte er im Finale eine Zeit von 1:00,66 Minuten ab und wurde damit Sechster. Zwei Leistungen, die der Schwimmer in Schwäbisch Gmünd nie erreicht hatte. Als „Sahnehäubchen“ gab es für ihn mit der Heidelberger Staffel über 4x50m Lagen (1:37,99 Minuten) nochmals einen dritten Rang.
Unterdessen verlor die Ex-Gmünderin Kerstin Vogel einen ihrer SVW-Rekorde, der aber immerhin elf Jahre Bestand hatte. Über 50m Brust verbesserte Vanessa Grimberg (SV Region Stuttgart) bei ihrem Sieg in 31,02 Sekunden diese Marke um fünf Hundertstelsekunden. Ex-Rekordhalterin Kerstin Vogel nahm es als Augenzeugin gelassen zur Kenntnis. Vielmehr galt ihre Aufmerksamkeit dem Team der SG Essen, für das sie als Leistungsdiagnostikerin arbeitet und die Videoaufnahmen sofort nach den Rennen mit Trainern und Athleten analysierte. „Da können noch Weichen für das Finale gestellt werden, nicht bei einer Auswertung nach erst drei Tagen“, war sie bei den Titelkämpfen in Wuppertal viel beschäftigt.

© Gmünder Tagespost 25.11.2014 20:06:07


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