Bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften reihte sich der SV Schwäbisch Gmünd unter die besten Vereine im Lande ein. Am Ende der 34 Entscheidungen auf der 50m-Bahn in Neckarsulm konnte der SVG vier Titel verbuchen. Damit stand man auf einer Höhe mit dem 1. SC Ravensburg, der SSG Reutlingen/Tübingen und der TSG Niedern.
Der SVG konnte zudem noch fünf Vizemeisterschaften und nochmals vier dritte Plätze in der offenen Klasse verbuchen. Dazu kamen weitere 20 Titel sowie 14 ersten und 24 dritte Plätze in den Jahrgangsentscheidungen. „Das war eine richtig gute Meisterschaft“, zeigte sich Schwimmvereins-Trainer Patrick Engel überaus zufreiden. Insgesamt waren 51 Vereine am Start, die 1669 Einzel- und 23 Staffelmeldungen abgegeben hatten.
Dabei mussten die Gmünder auf ein starkes Trio verzichten. Henning Mühlleitner musste bei einem Meeting in Halle/Saale an den Start gehen. Christina Rollny steckt wie Eric Wendel mitten im Abitur. Auf der anderen Seite stellte man zum Beispiel die drei Vereinsstützpunkte Sindelfingen (zwei Titel), Ulm (einen Titel) und Bad Saulgau (ohne Titel) klar in den Schatten. „Wir müssen hier das Gespräch mit dem Verband suchen, wir wollen Stützpunkt werden“, kündigte der SVG-Vorsitzende Roland Wendel an.
Erwartungsgemäß sorgte vor allem Maximilian Forstenhäusler für Titel. Dabei überraschte er zunächst auf der Sprintstrecke der 50m Schmetterling mit einem Sieg in 26,16 Sekunden. Anschließend verteidigte er seinen Vorjahreserfolg über 200m Lagen in 2:09,58 Minuten. Dazu kamen Vizemeisterschaften über 100m (57,11 Sekunden) und 200m Schmetterling (2:07,36) sowie Rang drei in 1:56,37 Minuten über 200m Freistil. „Vor allem in den Rennen über Schmetterling war er schon recht nahe an seinen persönlichen Bestzeiten dran“, sieht Patrick Engel seinen Schützling auf dem richtigen Weg in Richtung Deutsche Meisterschaften.
Für ein „Husarenstück“ sorgte Carolin Morassi, die nur am Sonntag eingesetzt werden konnte, da sie tags zuvor Firmung hatte. „Da wäre wohl auch noch mehr möglich gewesen“, meinte Patrick Engel. Die Ex-Aalenerin und seit vergangenen Herbst in Diensten des Schwimmvereins düpierte über 200m Lagen die Konkurrenz und schwamm in 2:27,78 Minuten zu ihrem ersten Landestitel in der offenen Klasse überhaupt, hatte aber laut ihren Trainer „noch Luft nach oben“. Zuvor zeigte Carolin Morassi über 200m Schmetterling in 2:25,34 Minuten eine starke Leistung, die mit einer Vizemeisterschaft belohnt wurde. Einen dritten Podestplatz gab es für sie in 1:08,90 Minuten als Dritte über 100m Rücken. Freuen konnte sich auch Lisa Schulz, die über 200m Brust in 2:46,38 Minuten die Vizemeisterschaft erringen konnte. Über 200m Lagen war sie nach 2.30,01 Minuten als Dritte im Ziel.
Erfreulich aus Gmünder Sicht, dass alle drei Männerstaffel trotz des Fehlens von Henning Mühlleitner und Eric Wendel auf einen Podestplatz schwimmen konnte. Mit einem Titel die Heimreise antreten konnten Patrick Dalferth, Marc Schneider, Kevin Liedle und Marvin Broer. Das Quartett, das es in dieser Besetzung noch nie gab und vermutlich auch nie mehr geben wird, siegte über 4x200m Freistil unangefochten in 8:55,12 Minuten. Eine starke Leistung bot das SVG-Team mit Maximilian Forstenhäusler, Julian Morassi, Jonas Schebesta und Per Kleinschmidt über 4x100m Freistil. 3:41,71 Minuten brachten Rang zwei ein und waren nicht mehr weit vom Gmünder Vereinsrekord entfernt. Über 4x100m Lagen gab es für Marvin Broer, Maximilian Forstenhäusler, Julian Morassi und Nils Wendel in 4:16,44 Minuten einen dritten Platz.
Zum guten Ergebnis des Schwimmvereins gehörten auch weitere 15 Finalplätze. So viele wie schon seit gefühlten „ewigen Zeiten“ nicht mehr. „Da waren einige vielversprechende Leistungen mit dabei“, meinte Patrick Engel, der dabei unter anderem an Sophia Anderle, Franziska Vester, Julian Morassi und Marvin Broer dachte. Am Freitag wird das SVG-Team mit 32 Aktiven und drei Trainern zu einem Trainingslager bis zum 8. April nach Belek in der Türkei aufbrechen. Dort sollen die Berlin-Starter sich den Feinschliff für die „Deutschen“ holen, der Rest sich für die nächsten Meisterschaften und die Sommersaison vorbereiten. Kurzfristig noch mit in den Flieger steigt Per Kleinschmidt, der am Wochenende mit Rang vier über 100m Rücken (1:03,80 Minuten) seine beste Platzierung erreichte.
© Gmünder Tagespost 24.03.2015 20:31:06
