Seit dem vergangenen Freitag weilt ein 32-köpfiges Team des Schwimmvereins Schwäbisch Gmünd in Belek in der Türkei im Trainingslager. Dort bereiten die SVGler sich auf die Deutschen Meisterschaften vor.„Wir hatten wohl noch nie eine so große Mannschaft zusammen bei einer Maßnahme“, stellte Patrick Engel fest, der zusammen mit Thomas Wolff und Sabrina Schmid die Mannschaft unter seinen Fittichen hat. Vor Abflug musste der SVG-Trainer aber noch einige Umbuchungen vornehmen. Zum einen in Richtung Türkei ( Per Kleinschmidt stieß in letzter Sekunde dazu), zum anderen auf dem Rückweg. Dann wird am 8. April das Aufgebot für die Deutschen Meisterschaften 9. bis 12. April) direkt von Antalya aus nach Berlin fliegen. „Bis jetzt läuft es super und wir haben gutes Wetter“, berichtete Patrick Engel. „Unsere Nachwuchskräfte schauen sich auch viel von unseren Topkräften ab“, stellte er zudem fest.
Für die nationalen Titelkämpfe hat der Coach schon jetzt Angriffe auf SVG-Vereinsrekorde in den Staffeln über 4x100m und 4x200m Freistil der Männer angekündigt. Während die Bestmarke in der „Königsstaffel“ mit 7:51,18 Minuten erst aus dem vergangenen Jahr datiert, steht die Marke über die 4x100m-Distanz seit fast 13 Jahren bei 3:33,24 Minuten und wurde damals in Warendorf von Daniel Seifert, Holger Maier, Johannes Moll und Fabian Seifert aufgestellt. „Einfach wird es nicht werden, aber wir sind zuversichtlich“, meinte Patrick Engel nach den Baden-Württembergischen Meisterschaften vor mehr als einer Woche in Neckarsulm. Dort schwamm ein SVG-Quartett mit Maximilian Foestenhäusler, Julian Morassi, Jonas Schebesta und Per Kelinschmidt zu 3:41,71 Minuten. In Berlin werden Julian Morassi und Per Kleinschmidt dann durch Henning Mühlleitner sowie Eric Wendel oder Hans-Peter Gratz ersetzt werden. Sie sollen für die nötigen Sekunden sorgen.
Beide angepeilten Staffel-Vereinsrekorde sind vergleichsweise jungen Datums, wie ein Blick in die entsprechenden Listen zeigt. So haben eine ganze Reihe von Staffelbestmarken des Vereins schon 25 und mehr Jahre auf dem Buckel. Insgesamt sind es 47 von 60 Rekorden auf 25m- und 50m-Bahn bei Männern und Frauen. Über neun 4x50m-Staffelstrecken gibt es noch immer eine Limitzeit, die unterboten werden muss. Der Grund für die „Methusalem-Rekorde“ ist das Fehlen entsprechender Wettkämpfe, bei denen diese Staffeln angeboten werden. So wurde die überhaupt älteste Bestmarke schon 1976 in Bonn aufgestellt, als eine SVG-Mannschaft die 4x200m Schmetterling auf der Kurzbahn in 9:33,11 Minuten bei den Deutschen Staffelmeisterschaften aufstellte. Titelkämpfe, die damals üblich waren, in der Zwischenzeit aber gänzlich aus dem Wettkampfprogramm verschwunden sind.
So wurden auch gleich 18 noch bestehende Staffel-Vereinsrekorde auf der 50m-Bahn beim Schwimmverein am 21./22 Dezember 1985 in Freiburg bei den Baden-Württembergischen Staffelmeisterschaften erzielt. „Wir sollten vielleicht einmal wieder einen Wettkampf ins Leben rufen, bei denen diese Staffeln geschwommen werden“, hatte Patrick Engel schon vor ein paar Wochen entsprechende Überlegungen angestellt. In erster Linie geht es dabei um die Staffeln über 10x100m über Freistil, Rücken, Brust und Schmetterling sowie über 4x50m, 4x100m und 4x200m über Rücken, Brust und Schmetterling. An 23 Staffelbestmarken war im übrigen Marion Zoller beteiligt, die mit ihren weiteren 15 Einzelrekorden damit immer noch an 38 von 71 möglichen Vereinsbestzeiten beteiligt ist und damit die klare Nummer eins beim Schwimmverein Schwäbisch Gmünd ist. So hält sie auch den ältesten Einzelrekord bei den Frauen auf der 25m-Bahn. Ihre Marke steht hier seit dem 2. Dezember 1989 über 100m Freistil bei 57,10 Sekunden.
Bei den Männern ist die älteste SVG-Bestzeit auf der Kurzbahn noch verhältnismäßig jungen Datums. Am 30. November 2001 legte Mark Warnecke die 100m Brust in 1:00,09 Minuten zurück. Dagegen gehören die Schwimmvereins-Rekorde auf der 50m-Bahn ebenfalls bereits im Bereich von „Dinosaurier-Marken“. So legte Stefan Talgner am 23. Juli 1980 die 200m Rücken in 2:09,28 Minuten zurück und Susanne Wendel benötigte ein Jahr später am 19. Juli 1981 für die 200m Freistil 2:07,66 Minuten. Eines ist schon jetzt klar: alle vier Bestzeiten werden auch die Titelkämpfe in Berlin überleben, da kein Gmünder diese Strecken dort schwimmen wird.
© Gmünder Tagespost 31.03.2015 19:41:40
