Deutsche Mannschaftsmeisterschaften (DMS) - Schwimmverein Gmünd enttäuscht – Ziele verfehlt - Damen steigen aus der 2. Bundesliga ab, Herren steigen nicht auf

Enttäuschung beim Gmünder Schwimmverein zum Jahresabschluss: Bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (DMS) wurden die erklärten Ziele verfehlt. Die Damenmannschaft kam im Langwasser-Hallenbad in Nürnberg in der 2. Bundesliga Süd nicht über den 11. Platz unter 12 Mannschaften hinaus und muss nun in die Oberliga Baden-Württemberg absteigen. Und das Herrenteam schaffte im Karlsruher Fächerbad in der Oberliga Baden-Württemberg zwar den dritten Platz unter zehn Mannschaften, die erreichte Punktzahl genügt aber aller Voraussicht nach nicht zur Einstufung in die 2. Bundesliga Süd im nächsten Jahr.

Abstieg der Damen war vermeidbar

Dass nach dem studienbedingten Rückzug langjähriger Leistungsträgerinnen vom intensiven Training beim SVG „magere Jahre“ anbrechen würden, war eingeplant. Allerdings hätte der Abstieg der Damen verhindert werden können, wenn Trainer Björn Koch auf zwei Schwimmerinnen, die noch bei den Deutschen Einzelmeisterschaften an den Start gingen, in Nürnberg hätte zurückgreifen können. So waren die vier eingesetzten jungen Nachwuchsschwimmerinnen aus dem Leistungsteam 1 schlichtweg in der 2. Bundesliga überfordert. Dennoch verdienen sie ein Sonderlob, denn sie schwammen bei allen ihren Einsätzen und das noch auf den schweren und kräfteraubenden „Hammerstrecken“ immer persönliche Bestzeiten. Lea Elisa Geiger (Geburtsjahrgang 2009) sammelte über 200 Meter, 400 Meter und 1500 Meter Freistil sowie über 400 Meter Lagen 1801 Punkte. Mia Marie Grahn (2010) brachte es über 200 Meter Freistil, 200 Meter Schmetterling und 200 Meter Lagen auf 1339 Punkte. Isabella Höchsmann (2009) steuerte über 200 Meter Schmetterling, 200 Meter Rücken und 400 Meter Lagen 1202 Punkte bei und Lotta Rösch (2010) sorgte über 400 Meter und 800 Meter Freistil für 868 Punkte.

Die legendären „Dorfhennen“ durften sich auf die Sprintstrecken konzentrieren. Das spielte besonders Marie Fuchs (2005) in die Karten: 3151 Punkte holte sie über 50 und 100 Meter Freistil, 50 und 100 Meter Schmetterling und 100 Meter Lagen. Ihr mit 2935 Punkten am nächsten am Kathrin Stotz (2005), die die 50 Meter (persönliche Bestzeit 27,79 Sekunden) und 100 Meter Freistil sowie die 50, 100 (persönliche Bestzeit 1.13,38 Minuten) und 200 Meter Brust schwamm. Paula Fuchs (2005) zeichnete für 2778 Punkte verantwortlich. Sie startete über 50, 100 und 200 Meter Rücken sowie über 50 und 100 Meter Schmetterling. Heike Stotz (2007) schwamm die 50, 100 und 200 Meter Brust sowie die 100 und 200 Meter Lagen – das ergab 2674 Punkte. Und Leni Frank (2006) erkämpfte über 50 und 100 Meter Rücken 756 Punkte.

In Summe standen damit 17504 Punkte für den SVG zu Buche. 922 Zähler fehlten zum rettenden Ufer. In der Gesamtwertung aller vier zweiten Bundesliga blieb den Gmünderinnen nur der 23. Platz. Meister der 2. Bundesliga Süd und Aufsteiger in die 1. Bundesliga wurde der 1. FC Nürnberg (20097 Punkte) knapp vor dem DSW 1912 Darmstadt (20024 Punkte). Absteigen müssen mit dem SVG der SC Delphin Ingolstadt (17178 Punkte). 

 Aufstieg der Herren war möglich

Auch die Männermannschaft hätte ihr Ziel Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga erreichen können. Am Ende lagen die SSG Reutlingen/Tübingen mit 19.952 Punkten und die SG Regio Karlsruhe mit 19.773 Punkten deutlich vor dem SVG, der es auf 18.585 Zähler brachte. Leo Fingerle (2008) überragte dabei nicht nur mit 3341 Punkten, sondern der Neuzugang aus Kempten verbesserte bei allen fünf Starts seine Hausrekorde und stellte drei neue Vereinsaltersklassenrekorde auf. Herausragend seine 1.00,84 Minuten über 100 Meter Brust und seine 27,96 Sekunden über 50 Meter Brust, mit denen er in der deutschen Jahresbestenliste auf Rang 2 steht. Auch seine 2.16,15 Minuten über 200 Meter Brust sind Vereinsaltersrekord. Mit Bestzeiten über 100 Meter Lagen (58,33 Sekunden) und 400 Meter Lagen (4.39,65 Minuten) bewies Leo seine Vielseitigkeit. Im Sog seines kongenialen Trainingspartners Leo Fingerle steigerte sich Lenny Kientz (2007) zum zweitbesten Gmünder Punktehamster (2778). Top seine 52,65 Sekunden über 100 Meter Freistil, persönliche Bestzeiten schwamm Lenny mit 1.59,20 Minuten über 200 Meter Freistil, mit 26,17 Sekunden über 50 Meter Schmetterling und mit 2.13,89 Minuten über 200 Meter Lagen. Mit drei Bestzeiten bei fünf Starts ließ Emil Lieby (2010) aufhorchen: 17.02,76 über 1500 Meter Freistil, 2.23,35 Minuten über 200 Meter Schmetterling und 2.17,59 Minuten über 200 Meter Lagen. Außerdem ging er über die „harten“ 400 Meter Freistil und 400 Meter Lagen ins Rennen. Aus dem Leistungsteam 1 zeigte sich auch Timo Elias Scherer (2010) von seiner Schokoladenseite. Über 200 Meter Freistil (2.03,39 Minuten), 400 Meter Freistil (4.26,81 Minuten) und über 800 Meter Freistil (9.19,87) steigerte er bei allen Starts seine persönliche Bestleistung.

Komplettiert wurde das Herrenteam von vier „Oldies“. Per Kleinschmidt (1998) gab über 50, 100 und 200 Meter Rücken, sowie über 100 und 200 Meter Schmetterling alles – 2534 Punkte insgesamt. Jan Klein (2005) bekam für seine Zeiten über 100 Meter Freistil, 50, 100 und 200 Meter Rücken sowie über 50 Meter Freistil (Bestzeit 24,39 Sekunden) 2619 Punkte gutgeschrieben. Fabia Blessing (2000) bestritt alle drei Bruststrecken und brachte es dabei auf 1721 Punkte und Marc Schneider (2000) sammelte über 50 Meter Freistil, 50 Meter und 100 Meter Schmetterling 1552 Punkte ein. 

„Wir bauen nun darauf, dass sich unsere jüngeren Talente im nächsten Jahr weiterentwickeln und wir schnell wieder zu alter Stärke zurückfinden. Unser Anspruch ist nämlich, mit beiden Mannschaften in der 2. Bundesliga eine gute Rolle zu spielen. Ich setze dabei auf die Expertise und Kompetenz unseres Trainers Björn Koch“, blickt SVG-Vorsitzender Roland Wendel optimistisch in die Zukunft.

Den Deutschen Mannschaftsmeistertitel sicherte sich in diesem Jahr übrigens sowohl bei den Frauen als auch bei den Herren die SG Frankfurt jeweils vor der SG Essen und dem SC Wiesbaden.