Baden-Württembergische Meisterschaften in Heidelberg - Gold für Leo Fingerle und SVG-Lagenstaffel

Die Aufwärtsentwicklung der Leistungsgruppe 1 des Gmünder Schwimmvereins setzte sich bei den offenen Baden-Württembergischen und Jahrgangsmeisterschaften auf der 50-Meter-Bahn im Schwimmbad des Olympiastützpunktes in Heidelberg weiter fort. Trainer Björn Koch freute sich bei 48 Einzel- und sieben Staffelstarts seiner zwölf Schützlinge über 28 neue persönliche Bestzeiten. Höhepunkte waren die Goldmedaillengewinne von Leo Fingerle über 50 Meter Brust, der 4 x 100 Meter Lagenstaffel Mixed in der offenen Wertung, der 4 x 100 Meter Freistilstaffel Mixed der A-Jugend und der 4 x 100 Meter Lagenstaffel Mixed der A-Jugend.

Leo Fingerle besteht Härtetest

Die Leistungen von Leo Fingerle (Geburtsjahrgang 2008) sind deshalb besonders hoch zu bewerten, weil er in Heidelberg „aus dem vollen Training“ gleich achtmal an den Start ging – ein echter Härtetest für die Süddeutschen Meisterschaften vom 22. bis 24. Mai in Stuttgart und vor allem für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften vom 9. bis 13. Juni in Berlin. Wie erwartet war Leo Fingerle in seiner Spezialdisziplin 50 Meter Brust nicht zu schlagen. In 28,93 Sekunden holte er Gold vor Lasse Himmelsbach (Balingen) in 29,55 Sekunden. Über 100 Meter Brust gewann der Gmünder in 1.04,08 Minuten in der Jahrgangswertung Gold, im Finale der offenen Wertung musste er sich in 1.04,63 Minuten knapp Matthias Bendel von der TG Biberach in 1.04,09 Minuten geschlagen geben. Nochmals Gold in der Jahrgangswertung gab es für Leo Fingerle über 200 Meter Lagen in 2.16,16 Minuten. Auf den „undankbaren“ vierten Plätzen beendete er die 50 Meter Schmetterling in 26,97 Sekunden und die 50 Meter Freistil in 25,31 Sekunden. Das war ebenso neue Bestzeit wie seine 55,10 Sekunden als Startschwimmer in der Freistilstaffel.

Neben Leo Fingerle schafften auch Kathrin Stotz (2005) und Lenny Kientz (2007) eine Finalteilnahme bei den Aktiven (offene Wertung), was deshalb bemerkenswert ist, weil sie wegen Prüfungen zur Berufsausbildung in den letzten Wochen mit dem Training kürzertreten mussten. Kathrin Stotz war über 100 Meter Brust sogar ganz nahe an einer Medaille dran. Mit ihren 1.16,99 Minuten im Vorlauf hätte sie im Finale die Bronzemedaille gewonnen. Bei 50 Metern lag Kathrin noch an zweiter Stelle; am Ziel reichten ihr 1.17,74 Minuten „nur“ zu Rang 4; Meisterin wurde Ella Napierala (SV Nikar Heidelberg) in 1.15.90 Minuten. Platz 5 über 200 Meter Lagen in 2.30,01 Minuten, Rang 6 über 200 Meter Brust in 2.28,49 Minuten und Position 7 über 50 Meter Brust in 35,32 Sekunden waren ihre weiteren Resultate. Dazu kam noch eine Bestzeit als Startschwimmerin in der Lagenstaffel.

Mit 54,95 Sekunden qualifizierte sich Lenny Kientz für den Endlauf über 100 Meter Freistil. Da machte sich der Kräfteverschleiß bei seinen Einsätzen über 50 Meter Schmetterling, 100 Meter Schmetterling, 50 Meter Freistil und in den Staffeln bemerkbar – mit 56,30 Sekunden schlug er als Siebter an. Der Sieger Enzo Fath (Regio Freiburg) benötigte 52,29 Sekunden.

Überraschende Medaillen in den Jahrgangswertungen

 Alle Medaillengewinne in den Jahrgangswertungen – außer bei Leo Fingerle – waren freudige Überraschungen. Am meistem imponierte Emil Lieby (2010), der über 200 Meter Freistil in 2.02,20 Minuten seine Bestzeit um mehr als vier Sekunden verbesserte und damit die Silbermedaille gewann. Auch die 400 Meter Freistil „versilberte“ er in neuer Bestzeit von 4.22,79 Minuten. Seine Vielseitigkeit stellte Emil Lieby mit dritten Plätzen über 200 Meter Lagen in 2.24,79 Minuten und über 200 Meter Schmetterling in 2.29,69 Minuten unter Beweis. 

Lea Elisa Geiger (2009) belohnte sich für ihren Trainingsfleiß mit der Silbermedaille über 200 Meter in Bestzeit von 2.21,51 Minuten. Weitere Hausrekorde stellte sie über 200 Meter Rücken und 400 Meter Freistil als jeweils Fünfte sowie über 100 Meter Freistil auf. Auch die gleichaltrige Isabella Höchsmann stand unerwartet auf dem Podest. Sie dekorierte sich mit Bronze über 200 Meter Rücken in 2.38,81 Minuten. Auch über 50 Meter Freistil und über 100 Meter Rücken in der Staffel stellte sie neue persönliche Bestzeiten auf.

Johannes Lillich (2011) krönte seine positive Leistungsentwicklung in diesem Jahr mit einer Bronzemedaille über 200 Meter Brust in Bestzeit von 2.44,95 Minuten. In fünf Rennen schwamm er vier neue persönliche Rekorde, über 50 Meter Brust fehlte ihm als Fünfter nicht viel zu einem Podestplatz. Eigentlich hätte auch Timo Elias Scherer (2010) eine Einzelmedaille verdient, denn er verbesserte bei allen seinen fünf Starts seine Bestzeiten. Sogar um über vier Sekunden über 200 Meter Freistil auf 2.04,51 Minuten, womit er Vierter wurde. Auch über 200 Meter Rücken als Fünfter in 2.26,91 Minuten und über 400 Meter Freistil in 4.30,52 Minuten als Sechster war er lange auf Medaillenkurs. Mia Marie Grahn (2011) schwamm drei Bestzeiten und blieb über 50 Meter Schmetterling in 31,99 Sekunden als Neunte unter den top ten. Das gelang auch Lotta Rösch über 200 Meter Rücken in Bestzeit von 2.39,48 als gute Sechste. Dreimal Mittelfeldplätze belegte „Seniorin“ Flora Talgner (2003) über 50, 100 und 200 Meter Freistil. 

Überragende Gmünder Staffeln

In den Staffelwettbewerben knüpften die Koch-Schützlinge wieder an eine jahrelange Stärke des SVG an – wenn es darauf ankommt, bringt jeder seine Topleistung unter dem Motto „gemeinsam sind wir stark“. Das gilt besonders für die 4 x 100 Meter Lagenstaffel Mixed in der offenen Wertung: Leo Fingerle, Kathrin Stotz, Flora Talgner und Lenny Kientz gewannen fast sensationell in 3.52,82 Minuten vor dem SSV Ulm 1846 (3.54,78) und der SG Regio Freiburg (3.55,61) die Goldmedaille.

Gold „scheffelten“ auch die Gmünder A-Jugendlichen. Über 4 x 100 Meter Lagen Mixed ließen Isabella Höchsmann, Emil Lieby, Timo Elias Scherer und Lea Elisa Geiger in 4.35,44 Minuten die SG Regio Freiburg und den SC Villingen hinter sich. Den gleichen Zieleinlauf gab es über 4 x 100 Meter Freistil. Für den SVG in der Besetzung Timo Elias Scherer, Lea Elisa Geiger, Lotta Rösch und Emil Lieby wurden 4.04,27 Minuten gestoppt, für Regio Freiburg 4.04,84 Minuten und für den SC Villingen 4.11,17 Minuten.

Hinter der SG Regio Freiburg (4.01,28 Minuten) sicherten sich über 4 x 100 Meter Freistil der Frauen Lea Elisa Geiger, Mia Marie Grahn, Flora Talgner und Kathrin Stotz in 4.11,69 Minuten die Silbermedaille – einen Handschlag vor der SG Reutlingen/Tübingen in 4.11,98 Minuten. Auch über 4 x 100 Meter Lagen Mixed in der offenen Wertung durften sich die Gmünder eine Medaille umhängen – Kathrin Stotz, Leo Fingerle, Lenny Kientz und Flora Talgner belegten in 4.25,51 Minuten hinter der SG Regio Freiburg (4.18,65) und der SG Regio Stuttgart (4.21,50) den dritten Platz.

Obwohl sie nach der Hälfte des Rennens noch auf Platz 2 lagen, schrammten über 4 x 100 Lagen der Männer in der offenen Wertung Lenny Kientz, Leo Fingerle, Emil Lieby und Timo Elias Scherer in 4.11,64 Minuten knapp an einer Medaille vorbei: Regio Freiburg, SSV Ulm 1846 und SC Lahr waren am Ende stärker. In gleicher Besetzung landete die 4 x 100 Meter Freistilstaffel der Männer des SVG in 3.44,94 Minuten auf dem sechsten Rang. Alle Einzelergebnisse auf der SVG-Homepage.