Süddeutsche Meisterschaften in Stuttgart - Gold für Heike Stotz und Leo Fingerle - Gmünder Schwimmverein schlägt sich gegen leistungsstarke Konkurrenz respektabel / Neunmal Edelmetall und zehn Bestzeiten

Bei den Süddeutschen Meisterschaften und Jahrgangsmeisterschaften im Sportbad Neckarpark in Stuttgart waren Heike Stotz (Geburtsjahrgang 2007) mit einer Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille und Leo Fingerle mit einer Gold- und zwei Silbermedaillen sowie einem neuen Vereinsaltersrekord die herausragenden Aktiven des Schwimmvereins Gmünd. Auch Emil Lieby (2010) und Kathrin Stotz (2005) standen als Zweiter und Dritte auf dem Podest. „Dass fünf Schwimmerinnen und fünf Schwimmer unserer Leistungsgruppen überhaupt an den Süddeutschen Meisterschaften startberechtigt waren und dabei zehn persönliche Bestzeiten erzielten, ist für mich sehr erfreulich“, zeigte sich Trainer Björn Koch zufrieden, „denn die Qualifikationsnormen waren vor allem für die längeren Strecken noch nie so hoch angesetzt wie in diesem Jahr“. Das führte auch dazu, dass die Starterfelder sehr unterschiedlich stark besetzt waren. 

Davon profitierte besonders Heike Stotz, die einen kompletten Medaillensatz abräumte. Sie gewann die 100 Meter Brust in 1.17,08 Minuten deutlich vor Clara Connert vom TV Wetzlar in 1.18,83 Minuten. Über 50 Meter Brust musste sie in 34,97 Sekunden nur Emili Braun (TV Baumbach) in 34,83 Sekunden den Vortritt lassen, freute sich aber über Silber. Über 200 Meter Lagen (2.35,16 Minuten) und 200 Meter (Brust 2.49,46 Minuten) holte sie jeweils Bronze.

Trotz berufsbedingt weniger Training überzeugte Kathrin Stotz (2005) mit tadellosen Leistungen. In 2.27,78 Minuten über 200 Meter Lagen schaffte sie als Bronzemedaillengewinnerin einen „Stockerl-Platz“, den sie über 100 Meter Brust (1.17,41 Minuten, Rang 4) nur knapp verfehlte. Sechste wurde sie über 200 Meter Brust (2.47,74 Minuten) und Achte über 50 Meter Brust (35,42 Sekunden).

Ordentliche Mittelfeldplätze erreichten Lea Elisa Geiger (2009) über 50 Meter Freistil in neuer Bestzeit von 29,63 Sekunden, Mia Marie Grahn (2011) über 50 Meter Freistil in 29,39 Sekunden und Flora Talgner (2003) über 50 Meter Freistil (28,48 Sekunden) und 100 Meter Freistil (1.01,17 Minuten).

Aus der SVG-Männerriege“ stachen Leo Fingerle und Emil Lieby (2010) besonders heraus. Beide haben sich das Startrecht für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften erkämpft. Auch Lenny Kientz (2007) wird von Björn Koch für diesen Saisonhöhepunkt vom 9. bis 13. Juni in Berlin gemeldet; in Stuttgart war er gesundheitlich nicht fit und erreichte so über 50 Meter Freistil (25,72 Sekunden) und 100 Meter Freistil (55,39 Sekunden) nicht sein Normalniveau, die Staffelwettbewerbe musste er deshalb absagen.

Leo Fingerle näherte sich in Stuttgart seiner Bestform. Obwohl die längere Bruststrecke nicht seine Spezialdisziplin ist, gewann er über 200 Meter Brust in neuer Bestzeit und neuem Vereinsaltersklassenrekord von 2.20,27 Minuten (vorher 2.21,98) die Goldmedaille vor Manato Missel in 2.21,29 Minuten. Der Eschborner lag bei 100 Metern noch eine knappe Sekunde vor Leo, der einen tollen Endspurt hinlegte. Über 50 Meter und 100 Meter Brust war der Zieleinlauf gerade umgekehrt.  Auf der 50-Meter-Sprintstrecke hatte Missel in 28,74 Sekunden vor Fingerle in 28,87 Sekunden und über die 100 Meter Brust in 1.04,40 Minuten gegenüber 1.04,63 Minuten die Nase vorn. „Das war nicht schlimm, die Grundlagen passen“, meinte Coach Björn Koch, „wir trainieren jetzt auf Berlin hin gezielt Spritzigkeit“.

Steil nach oben zeigt die Leistungskurve weiterhin bei Emil Lieby (2010) – sechs Starts, fünf neue Bestzeiten! Über 100 Meter Freistil explodierte er förmlich von bisher 58,02 auf „saubere“ 55,85 Sekunden. Damit lag er auf Platz 9. Über 200 Meter Lagen verbesserte er sich um über fünf Sekunden auf 2.17,20 Minuten, Platz 6. Ganz nah ans Podest pirschte Lieby sich über 200 Meter Freistil in 2.02,60 Minuten als Vierter heran. Und dann die Krönung: Silbermedaille über 400 Meter Freistil in 4.20,74 Minuten, zwei Sekunden besser als bisher. Nur Lennart Schlobach (Hohenbrunn) war mit 4.17,06 Minuten schneller. Bestzeiten schwamm Emil auch über 50 Meter Schmetterling (28,11 Sekunden) und über 50 Meter Freistil (26,29 Sekunden).  Trainiert er fleißig weiter, wird er bald auch bei Deutschen Meisterschaften mitmischen.

Auch der gleichaltrige Timo Elias Scherer bewies in Stuttgart sein Talent besonders auf den längeren Freistilstrecken. Seine beste Leistung zeigte er über 400 Meter Freistil mit Platz 8 in neuer Bestzeit von 4.26,78 Minuten. Über 100 Meter Freistil drückte er seinen Hausrekord auf 57,93 Sekunden, beachtlich seine 2.07,39 Minuten über 200 Meter Freistil und Platz 12.

Wegen der Erkrankung von Lenny Kientz mussten die Gmünder zwei von vier Staffeln aus dem Wettbewerb zurückziehen. So konnte nur die 4 x 100 Meter Lagenstaffel der Damen mit Lea Elisa Geiger (Bestzeit 1.17,00 über 100 Meter Rücken), Heike Stotz, Kathrin Stotz und Flora Talgner planmäßig starten; das Quartett kam auf den 12. Platz.

Seit Pfingstmontag trainiert das Leistungsteam 1 des SVG auf der 50-Meter-Bahn im Bud-Spencer-Bad. „Da wollen wir uns den letzten Schliff für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften holen“, blickt Björn Koch optimistisch nach vorne.     

 Bildunterschrift:

Hinten, von links nach rechts: Flora Talgner, Heike Stotz, Mia Marie Grahn, Emil Lieby

Vorne, von links nach rechts: Kathrin Stotz, Lea Elisa Geiger, Timo Scherer, Leo Fingerle

Auf dem Bild fehlen: Lenny Kientz und Johannes Lillich