Auf extrem hohem Niveau präsentierte sich der deutsche Schwimmnachwuchs bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark in Berlin. Insgesamt nahmen 1289 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 295 Vereinen mit 4250 Einzel- und Staffelstarts teil. Leo Fingerle (Geburtsjahrgang 2008) und Emil Lieby (2010) vom Leistungsteam 1 des Schwimmvereins Gmünd (SVG) glänzten mit fünf persönlichen Bestzeiten bei sechs Wettkämpfen und sehr guten Platzierungen. Roland Wendel mailte hochzufrieden nach Berlin: „Herzliche Glückwünsche an die beiden Jungs, die sich mit tollen Leistungen für ihren Trainingsfleiß belohnt haben“. Der SVG-Vorsitzende gratulierte auch Björn Koch: „Das ist nicht zuletzt auch Dir als Trainer zu verdanken!“.
Bei allem Stolz auf die neuen Bestzeiten, so ein bisschen haderten Björn Koch und Leo Fingerle doch damit, dass es mit dem erhofften Podestplatz über 50 Meter oder 100 Meter Brust trotz zweier persönlicher Bestzeiten und Vereinsaltersklassenrekorden nichts wurde. „Aber die Leistungsdichte gerade bei den Brustschwimmern im Geburtsjahrgang 2008 ist außerordentlich hoch“, ordnete Roland Wendel fachmännisch ein, „deshalb darf Leo Fingerle auf zwei Finalteilnahmen und zwei fünfte Plätze stolz sein“.
Über 50 Meter Brust qualifizierte sich nach den Vorläufen mit 28,58 Sekunden (neue PB) als Fünfter für das Finale. Da setzte sich der große Favorit Louis Hoffmann von der SV Neukölln-Berlin mit 28,05 Sekunden vor Manato Missel (SCW Eschborn) in 28,24 Sekunden und Moritz Birk (SG Essen) in 28.56 Sekunden durch. Noah Heinlein (Potsdamer SC) in 28,61Sekunden und Leo Fingerle in 28,79 Sekunden folgten einen Wimpernschlag später auf den Plätzen 4 und 5.
Auch über 100 Meter Brust schnupperte Leo Fingerle an der Bronzemedaille. Louis Hoffmann war mit 1.01,41 Minuten als Goldmedaillengewinner wiederum ungefährdet. In 1.02,52 Minuten kämpfte sich Manato Missel nach Platz 4 im Vorlauf noch auf den Silberrang vor. Bronze ging an Moritz Birk in 1.02,54 Minuten. Hinter Noah Heinlein in 1.03,38 wurde Leo Fingerle in neuer Vereinsaltersklassenrekordzeit von 1.03,55 Minuten Fünfter. Über 200 Meter Brust war bei Leo Fingerle die Luft dann ein wenig raus. Nachdem er bei den Süddeutschen Meisterschaften noch mit 2.20,97 Minuten eine neuen Vereinsaltersklassenrekord aufgestellt hatte, verpasste er in Berlin in 2.24,14 Minuten als Elfter das Finale deutlich. Bei 2.22,57 Minuten war der Endlauf der besten acht zu. Mit seinen Leistungen in Berlin hat Leo Fingerle die Kriterien für das Perspektivteam des Landeskaders Baden-Württemberg erfüllt.
Emil Lieby, der zum erstmals bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften starten durfte, „übererfüllte“ alle Erwartungen – drei Einsätze, drei Bestzeiten. Mit Platz 12 kam er über 800 Meter Freistil ganz knapp an die Topten heran. Seine Bestzeit steigerte er von 8.58,19 auf 8.50,80 Minuten. Der Sieger Pedro Stier (SC Neukölln-Berlin) benötigte 8.20,12 Minuten. Über 200 Meter Lagen wurde Emil Lieby Vierzehnter in 2.16,49 Minuten, 71/100 Sekunden schneller als seine alte Bestzeit. Elias Hausdouch (Cologne Swimclub Köln) gewann in 2.07,27 Minuten die Goldmedaille. Auf Platz 19 in 2.01,52 Minuten (bisherige Bestzeit 2.02,20 Minuten) beendete Emil Lieby die 200 Meter Freistil. Der Sieger Elias Himmelsbach (SSG Leipzig) wurde mit 1.53,01 Minuten gestoppt. „Auch wenn der Weg an die Spitze für Emil noch weit erscheint, so bin ich davon überzeugt, dass er bis im nächsten Jahr die Lücke weiter schließt, denn seine Entwicklung ist wirklich toll“, zeigte sich Björn Koch zuversichtlich. Emil hat sich für den E4-Ergänzungskader des Württembergischen Schwimmverbandes qualifiziert.
