Deutsche Masters-Meisterschaften in Stuttgart: Neunmal Gold für Gmünder Masters -Einzeltitel für Roland Aubele (2), Roland Wendel und Winfried Hofele / Jung-Damen überraschen mit zwei Staffelsiegen, Alt-Herren mit drei Staffeln erfolgreich 

Bei den Deutschen Meisterschaften der Masters im 50-Meter-Becken des neuen Stuttgarter Sportbades im Neckarpark startete der Schwimmverein Gmünd mit einem so großen Team wie schon lange nicht mehr. Und die neun Damen und neun Herren sahnten vor allem in den Staffeln auch mächtig ab. Neun Gold-, elf Silbermedaillen und eine Bronzemedaille (dazu noch einige „Holzplaketten“ für vierte Plätze) waren die unerwartet üppige Ausbeute. Völlig überraschend gewannen die Gmünder Damen in der jungen Altersklasse 100 (Gesamtalter der vier Schwimmerinnen 100 bis 120 Jahre) die Staffeln über 4 x 50 Meter Freistil und 4 x 100 Meter Lagen souverän. Die Gmünder Herren der AK 280 holten sich unangefochten gleich drei Staffelsiege. Deutsche Meister im Einzel wurden Roland Aubele über 50 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling, Roland Wendel über 50 Meter Freistil und Winfried Hofele über 200 Meter Freistil.

„Dass so viele junge Schwimmerinnen und Schwimmer erstmals bei Masters Meisterschaften mit dabei waren, ist ein gutes Zeichen für unseren Verein“, freute sich Vorsitzender Roland Wendel, „denn wer nach seiner aktiven Zeit bei den Masters weiterschwimmt, geht dem Verein nicht verloren und übernimmt dann in der Regel auch ein Ehrenamt als Übungsleiter/in oder Funktionär/in. Da haben wir immer Bedarf. Schön war auch, wie harmonisch geschlossen unser Team in Stuttgart auftrat. Jung und Alt haben sich immer gegenseitig angefeuert“.

Die Frauenwettbewerbe

Bei den Jung-Damen überragte das Staffelquartett Frederike Hoyer, Chiara Vetter, Sophia Anderle und Carina Matussek, dass sich in der Altersklasse 100 sowohl über 4 x 50 Meter Lagen als auch über 4 x 50 Meter Freistil mit eindrucksvollen Start-Ziel-Siegen zwei Goldmedaillen sicherte und den TV Kempten, die SG Schwarzwald-Baar-Heuberg und den SV Menden distanzierte. In den Einzeln stand Frederike Hoyer (AK 25) dreimal auf dem Podest, über 100 Meter und 200 Meter Freistil als Zweite und über 50 Meter Schmetterling als Bronzemedaillengewinnerin. Auch Chiara Vetter (AK 20) schaffte in ihrer Spezialdisziplin 50 Meter Brust den Sprung auf den Silbermedaillenplatz. Knapp am Podest vorbei schwamm sie als Fünfte über 100 Meter Brust, während sie über 50 Meter Freistil und Schmetterling wie Lena Talgner (AK 20) über 50 Meter Freistil in einem überaus starken Teilnehmerfeld im vorderen Viertel landete. An Edelmetall „schnupperten“ Carina Matussek (AK 30) auf Platz 5 über 50 Meter Schmetterling und Sophia Anderle (AK 25), die über 50 Meter Freistil als Vierte und über 50 Meter Schmetterling als Sechste anschlug.

Auch die „reiferen“ Gmünder Damen gewannen Silbermedaillen. Erika Matussek (AK 60) schwamm über 100 Meter Brust ein phantastisches Rennen und kämpfte sich im Endspurt auf Platz zwei vor, fast hätte sie sogar die Siegerin Sabine Rosmeisl aus Wilhelmshaven überholt. Masters-Chefin Claudia Strnad (AK 50) verfehlte über 50 Meter Rücken hauchdünn Bronze und wurde Vierte vor ihrer Vereinskameradin Manuela Hieber (AK 50), die über 100 Meter Rücken zudem auf den sechsten Patz kam. Über 50 Meter Freistil reichte es beiden zu einem guten Mittefeldplatz. Gleiches gelang Eva Stich (AK 55) über 50 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling.  

In der Staffel über 4 x 50 Meter Rücken überraschten in der AK 160 bis 199 Jahre Manuela Hieber, Eva Stich, Claudia Strnad und Lena Talgner mit einem couragierten Auftritt, den die Gmünderinnen hinter der SSG Reutlingen/Tübingen und vor den Wasserfreunden Leonberg auf dem Silbermedaillenplatz beendeten. In der AK 200 bis 239 Jahren platzierten sich Manuela Hieber, Erika Matussek, Eva Stich und Claudia Strnad sowohl über 4 x 50 Meter Freistil als auch über 4 x 50 Meter Lagen an fünfter Stelle.

Die Herrenwettbewerbe

Bei den Herren gab es wie in den letzten Jahren auch in Stuttgart eine wahre Medaillenflut für die „höheren Semester“. Roland Aubele (AK 80) bestätigte seinen Ruf als „Goldfisch“: Er wurde Deutscher Mastermeister über 50 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling, über 50 Meter Brust erkämpfte er sich hinter dem früheren Nationalmannschaftsschwimmer Jürgen Altenhofen vom TV Oligen den zweiten Platz. Winfried Hofele (AK 75) holte unangefochten Gold über 200 Meter Freistil. Über 50 und 100 Meter Rücken sprang für ihn zweimal Silber heraus, der frühere Top-Athlet Detlef Treptow vom SC Leipzig hatte jeweils knapp die Nase vorn. Die vierte Gmünder Goldmedaille im Einzel bekam Roland Wendel (AK 65) nach den 50 Meter Freistil umgehängt. In einem dramatischen Rennen schlug der SVG-Vorsitzende auf die Hundertstelsekunde (28,69) zeitgleich mit seinem Dauerrivalen Jürgen Singwald (SG Westthüringen) an, so dass beide freudenstrahlend zusammen auf dem Podest ganz oben standen. Über 50 Meter Brust gewann Wendel Silber, Gold überließ er Singwald.

Wolfgang Merk (AK 60) musste sich nach spannendem Verlauf über 50 Meter Brust nur Roland Hormann vom SV Nordenham beugen, belohnte sich aber mit der Silbermedaille. Pech hatte Marcus Plehn (AK 65). Über 50 Meter Rücken und über 50 Meter Freistil lag er lange auf Medaillenkurs, am Ende reichte es für ihn zu einem vierten und einem fünften Platz.

In den Staffeln über 4 x 50 Meter Lagen, 4 x 50 Meter Freistil und 4 x 50 Meter Rücken erwiesen sich in der AK 280 bis 319 die Gmünder Roland Aubele, Roland Wendel, Winfried Hofele, Marcus Plehn und Wolfgang Merk als haushoch überlegen. Mit überlegenen Start-Ziel-Siegen sicherten sie sich vor dem USV Dresden, dem SV Cannstatt und den SSV Bonn dreimal die Goldmedaille.

Die alle der „Einstiegsaltersklasse“ 20 bis 24 Jahre angehörigen Niklas Kolb und Simon König über 50 Meter Freistil, Tommy Schabel über 50 Meter Brust und Fabian Blessing mussten erkennen, dass bei den Masters die Trauben hoch hängen – sie platzierten sich unter bis zu 100 Teilnehmern im ersten Drittel. In der AK 160 bis 199 sprang für Thomas Wolff, Wolfgang Merk, Daniel Hägele und Fabian Blessing über 4 x 50 Meter Freistil ein fünfter Rang heraus. Für die Youngsters gab Vorsitzender Roland Wendel den alten „Mastersratschlag“ mit auf den Weg: „Wenn Du lange schwimmst und alt genug wirst, gewinnst Du auch mal eine Medaille!“.

Die Mixed-Staffeln

Von der Altersstruktur her gab es in den Mixed-Staffeln (jeweils zwei Damen und Herren) für den SV Gmünd interessante Mischungen. Am besten harmonierten dabei über 4 x 100 Meter Lagen in der AK 200 bis 239 Marcus Plehn (65 Jahre alt), Wolfgang Merk (60), Chiara Vetter (23) und Claudia Strnad (53), die sich zur großen Überraschung hinter der SG Wuppertal, aber vor der SG Münster, mit der Silbermedaille dekorieren durften.

Über 4 x 50 Meter Freistil waren in der Altersklasse 120 bis 159 Sophia Anderle, Manuela Hieber, Niklas Kolb und Tommy Schabel auf Platz vier gang nah an den Medaillenrängen – sie wurden Vierte. Ebenfalls auf Rang vier verpassten über 4 x 100 Meter Lagen in der AK 160 bis 199 Manuela Hieber, Fabia Blessing, Thomas Wolff und Eva Stich das Podest. Über 4 x 50 Meter Lagen kamen in der gleichen AK Manuela Hieber, Wolfgang Merk, Friederike Hoyer und Fabian Blessing als Fünfte ans Ziel; über 4 x 50 Meter Freistil schafften Thomas Wolff, Lena Talgner, Roland Aubele und Friedericke Hoyer den siebten Platz. Und schließlich waren über 4 x 50 Meter Lagen in der AK 200 bis 2039 Marcus Plehn, Erika Matussek Chiara Vetter und Roland Wendel als Fünfte fast an einem Podestplatz dran.