Baden-Württembergische Meisterschaften in Freiburg - Marie Fuchs auf „Goldjagd“ wieder erfolgreich

Sie gewann drei Einzeltitel und war bei zwei Staffelsiegen dabei. Dreimal Gold für Heike Stotz und einmal Gold für Lenny Kientz in der Jugendklasse. Insgesamt 24 mal Edelmetall für den SVG. 

Sie kann das Sammeln von Goldmedaillen einfach nicht lassen, obwohl sie wegen der Ableistung ihres Freiwilligen Sozialen Jahres im Ostalbklinikum und der Vorbereitung auf ihr Psychologie-Studium nur mit „angezogener Handbremse“ trainieren kann - Marie Fuchs war an allen fünf Titelgewinnen in der offenen Klasse des Schwimmvereins Gmünd bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften auf der 50-Meter-Bahn des Westbades in Freiburg entscheidend beteiligt: Im Einzel über 50 Meter Freistil, 100 Meter Freistil und 100 Meter Schmetterling sowie in den Frauenstaffeln über 4 x 100 Meter Lagen und 4 x 100 Meter Freistil. Insgesamt gewannen die neun Schwimmer/innen des Leistungsteams 1 unter der Leitung von Trainer Björn Koch, der Übungsleiterinnen Anna-Lisa Barth und Sophia Anderle sowie des Basisteams 1 von Bernd Schabel und Thilo Frank in der offenen und in der Jahrgangswertung (A- und B-Jugend) neun Gold-, neun Silber- und sechs Bronzemedaillen und stellten dabei acht neue persönliche Bestzeiten und zwei Vereinsaltersklassenrekorde auf. „Mehr hatte ich nicht erwartet“, sagte Björn Koch, „denn es ist für den Trainingsaufbau ungewöhnlich, dass Landesmeisterschaften nach den Deutschen Meisterschaften stattfinden“.
In der Aktivenklasse (ab Geburtsjahrgang 2006 und älter) ließ sich Marie Fuchs (2005) gleich im ersten Wettkampf etwas überraschen. Über 50 Meter Schmetterling schnappte ihr nämlich Daria Vasylenko vom SSV Ulm in 28,12 Sekunden die Goldmedaille vor der Nase weg. Bei ihren drei weiteren Starts ließ sie aber weder in den Vorläufen noch in den Finales etwas anbrennen. Ihre Siegerzeiten: 100 Meter Schmetterling 1.03,19 Minute, 100 Meter Freistil 57,49 Sekunden und 50 Meter Freistil in 26,11 Sekunden.
Kathrin Stotz (2005) verpasste den Sprung aufs Podest viermal knapp. Über 100 Meter Brust qualifizierte sie sich noch als Zweite in 1.16, 34 Minuten fürs Finale, das sie aber nach 1.17,78 nur als Fünfte beendete. Vierte Plätze erreichte sie über 200 Meter Lagen (2.29,20 Minuten) und über 200 Meter Brust (2.47,30 Minuten.) Auf Rang 5 kam sie über 50 Meter Brust (35,35 Sekunden).
Auch Paula Fuchs (2005) konnte in diesem Jahr nach verletzungsbedingt reduziertem Training kein Edelmetall gewinnen. Am nächsten dran war sie über 100 Meter Rücken. Als Vorlaufdritte rutsche sie im Finale in 1.07,43 Minuten aber auf Platz 5 ab. Den gleichen Rang schaffte sie im Finale über 100 Meter Schmetterling in 1.05,73 Minuten sowie über 50 Meter Schmetterling in 29,12 Sekunden. Über 50 Meter Rücken lag sie als Vierte nach 31,47 Sekunden nur hauchdünn hinter dem Bronzemedaillenplatz. 
In der Jugendklasse überzeugte Heike Stotz (2007) voll. Sie gewann gleich drei Goldmedaillen – über 100 Meter Brust in 1.16,64 Minuten, über 50 Meter Brust in 35,03 Sekunden und über 200 Meter Brust in 2.45,75 Minuten. Mit diesen Leistungen holte sie sich in der offenen Wertung noch zwei Silbermedaillen (50 und 100 Meter Brust) und eine Bronzemedaille (200 Meter Brust). Dazu kam noch einmal Silber über 200 Meter Lagen (2.31,10 Minuten), also insgesamt drei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille.
Lenny Kientz (2007) setzte seine Aufwärtsentwicklung eindrucksvoll fort. Gold sicherte er sich über 50 Meter Freistil in 24,85 Sekunden. Mit 54,93 Sekunden schlug er über 100 Meter Freistil als Dritter an, diese Zeit reichte zum Einzug ins Finale der Aktivenklasse. Hier belegte er in 55,36 Sekunden den sechsten Platz. Eine weitere Bronzemedaille „erschmetterte“ er sich in neuer persönlicher Bestzeit von 27,37 Sekunden über 50 Meter Schmetterling. Über 50 Meter Brust (31,89 Sekunden, Bestzeit) und 100 Meter Brust (1.13,04 Minuten) kam er jeweils auf Rang 5. 
Beim Jahrgang 2010 sicherte sich Emil Lieby überraschend zwei Silbermedaillen über 200 Meter Freistil (2.07,84 Minuten) und 400 Meter Freistil jeweils mit persönlichen Bestzeiten. Timo Elias Scherer verbesserte bei drei Starts dreimal seine Hausrekorde auf 59,79 Sekunden über 100 Meter, auf 2.11,13 Minuten über 200 Meter und auf 4.42,37 Minuten über 400 Meter Freistil. Damit platzierte sich im Vorderfeld. Für Lotta Rösch war schon die Qualifikation zu den „Ba-Wü“ ein Erfolg; sie behauptete sich mit 31,42 Sekunden über 50 Meter Freistil und 5.22,30 Minuten über 400 Meter Freistil im Mittelfeld.
Die jüngste Gmünder Schwimmerin, die 14-jährige Julia Ullrich, durfte sich bei fünf Starts fünfmal Edelmetall umhängen: Silber über 200 Meter Freistil in 2.14,68 Minuten (neuer Vereinsaltersrekord), über 400 Meter Freistil in 4.43,15 Minuten (neuer Vereinsaltersklassenrekord) und über 50 Meter Freistil in 28,88 Sekunden. Als Bronzemedaillengewinnerin stand sie über 100 Meter Rücken (1.12,46 Minuten) und über 100 Meter Freistil (1.02,76 Minuten) auf dem Podest. Das vor zwei Jahren vom TSV Gaildorf gekommene Talent wird den Schwimmverein Gmünd nach der Sommerpause in Richtung Stuttgart verlassen. SVG-Vorsitzender Roland Wendel bedauert dies, hat aber Verständnis: „Wieder einmal ist es so, dass wir zwar anerkannt gute Trainingsarbeit leisten, aber aufgrund der fehlenden Rahmenbedingungen den großen Talenten keine spitzensportliche Perspektive bieten können“.  

In den Staffelwettbewerben unterstrichen die Gmünder Damen auch ohne Ida Schneider und Chiara Vetter ihre Vormachtstellung in Baden-Württemberg. Julia Ullrich, Paula Fuchs, Kathrin Stotz und Marie Fuchs gewannen in 4.00,94 Minuten über 4 x 100 Meter Freistil Gold wie Paula Fuchs, Heike Stotz, Marie Fuchs und Kathrin Stotz in 4.28,81 Minuten über 4 x 100 Meter Lagen. Die Mixed-Staffel über 4 x 100 Meter Lagen mit Paula Fuchs, Lenny Kientz, Marie Fuchs und Emil Lieby belohnten sich nach hartem Kampf nach 4.23,40 Minuten mit der Bronzemedaille.

„Mit den Leistungen vor allem unserer jungen Talente bin ich zufrieden“, bilanzierte Trainer Björn Koch, der für die Süddeutschen Meisterschaften vom 23. Bis 25. Mai im Sportbad Neckarpark in Stuttgart Marie Fuchs, Paula Fuchs, Kathrin Stotz, Heike Stotz, Julia Ullrich, Lenny Kientz, Emil Lieby und Timo Elias Scherer nominierte.