Die fünf „Young-Masters“ Maximilian Forstenhäusler, Marc Schneider, Per Kleinschmidt, Nils und Eric Wendel vom Schwimmverein Gmünd hatten sich zu ihrem Debut im Mastersschwimmsport (Altersklassen von 25 bis 100 Jahre) gleich der höchstmöglichen Herausforderung gestellt. Bei den Masters-Weltmeisterschaften in Singapore trafen sie in der „Einsteigeraltesklasse“ 25 bis 29 Jahre auf viele ehemalige Welt- und Europameister aus den großen Schwimmsportnationen Australien, USA, China, Kanada, Japan und auch aus Russland. Dabei überzeugten die fünf ehemaligen SVG-Bundesligaschwimmer ebenso wie der einzige „Old Master“ Ulrich Fischer (AK 60 – 65) mit respektabel starken Leistungen.
Fast hätte es für die Gmünder sogar zu einer Bronzemedaille gereicht. Über 4 x 50 Meter Freistil der AK 100 (Gesamtalter aller vier Schwimmer 100 Jahre) belegte das Quartett in ausgezeichneten 1:37,30 Minuten den undankbaren vierten Platz. Gold gewann die Mannschaft von Avia Swidnik (Polen) in der neuen Weltrekordzeit von 1:31,40 Minuten, Silber ging an das Team mit dem Kürzel NAB (Neutral Athletes B = Russland) in 1:33,62 Minuten und die Bronzemedaille sicherte sich Lucky Splash Singapore in 1:35,42 Minuten. Für den SVG schwammen Marc Schneider (Geburtsjahrgang 2000) als Startschwimmer 25,03 Sekunden, Eric Wendel (1996) 24,79 Sekunden, Nils Wendel (1999) 24,00 Sekunden und Maximilian Forstenhäusler (1997) 23,48 Sekunden!! Sie ließen u.a. Mannschaften wie MSA Sports Services (Australien) in 1:37,44 Minuten, Allpodium (Japan) in 1:38,71 Minuten oder C.N. Alcobendas (Spanien) in 1:41,99 Minuten hinter sich. Den Deutschen Altersklassenrekord von 1:35,91 Minuten verpassten die Gmünder knapp; diesen hatte der Berliner SV Friesen 1895 am 14. Juni 2012 bei den Weltmeisterschaften in Riccione/Italien ausgestellt. Bei den Deutschen Mastersmeisterschaften 2025 in Dresden gewann diesen Wettbewerb die SG Schöneberg Berlin in 1:43,70 Minuten.
Über 4 x 50 Meter Lagen schafften die Gmünder Jungs kurz darauf tatsächlich einen neuen Deutschen Altersklassenrekord. Per Kleinschmidt (1998, Rücken in 28,55 Sekunden; Nils Wendel (Brust in 30,76 Sekunden), Marc Schneider (Schmetterling in 25,26 Sekunden und Maximilian Forstenhäusler (Freistil in 23,45 Sekunden) verbesserten die Marke des Berliner SV Friesen aus dem Jahre 2012 von 1:49,20 Minuten auf 1:48,02 Minuten. Dass es damit „nur“ zum 9. Platz reichte, tat der Freude keinen Abbruch. Weltmeister wurde auch in dieser Disziplin AVIA Swidnik aus Polen in der WM-Rekordzeit von 1.43,15 Minuten. Das Team der Newham Universität aus London/Großbritannien gewann in 1.43,42 Minuten die Silbermedaille. Auf den nächsten drei Plätzen folgten gleich drei NAB-Mannschaften vor LINX Racing, MSA Sports Services (Australien) in 1.46,74 Minuten und Lucky Splash Singapore in 1.46,85 Minuten. Die SG Schöneberg Berlin benötigte bei den Deutschen Meisterschaften 2025 zum Titelgewinn 1:56,39 Minuten.
In den Einzelwettbewerben erreichte Ulrich Fischer die beste Platzierung der Gmünder Teilnehmer. Der Wasserbau-Ingenieur und Referatsleiter Umwelt beim Regierungspräsidium Tübingen und passionierter Fan des Stadtstaates Singapore, wo er im vergangenen Jahr mit Freunden und Bekannten seinen 60. Geburtstag feierte, wurde über 100 Meter Schmetterling in 1:11,35 Minuten Neunter. Als bester Deutscher belegte er nach 30,73 Sekunden über 50 Meter Delphin den 17. Rang. Mit beiden Zeiten und Plätzen war er „sehr zufrieden“, mit seinen 1:05,63 Minuten über 100 Meter Freistil weniger.
Um die Leistungen der fünf „Young-Masters“ im richtigen Licht zu sehen, muss man wissen, dass sie alle in den letzten vier, fünf Jahren keinen Leistungssport mehr betreiben konnten, weil ihr Fokus ganz auf dem Studium lag und deshalb praktisch keine Zeit für ein Schwimmtraining blieb. So studierte Per Kleinschmidt Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt und „machte“ an der Chalmers University in Göteborg/Schweden seinen Master in „Erneuerbare Energien“. Jetzt arbeitet er bei Transnet BW in Stuttgart. Dr. Eric Wendel arbeitet heute als Zahnarzt in der renommierten Chirurgischen Praxisklinik Jeggle/Zeidler in Backnang, nachdem er sein Zahnmedizinstudium in Krems/Österreich erfolgreich abgeschlossen hatte und dazu noch den Bachelor-Titel in Humanmedizin erwarb. Nils Wendel ist nach erfolgreichem Abschluss seines Medizinstudiums an der Uni Erlangen derzeit Assistenzarzt am Klinikum in Esslingen. Maximilian Forstenhäusler, der die Tour Singapore mit anschließendem Thailand-Trip organisierte, beendete sein Informatik-Studium an der Technischen Universität München als Master in Computer Science und ist aktuell Student an der University of Glasgow, wo er an seiner Doktorarbeit arbeitet. „Nebenher“ ist er als Wissenschaftler im Bereich Maschinelles Lernen bei der BMW-Group in München tätig. Marc Schneider schlug nach dem Abitur einen anderen Weg ein. Er machte die Ausbildung zum Zimmermann und besucht derzeit die Meisterschule in Karlsruhe. Danach will er in diesem Beruf weitere Erfahrungen sammeln, um sich später selbstständig zu machen.
Nachdem sie jetzt ins Berufsleben gestartet sind, wollten die fünf Freunde „es nochmals wissen, was wir im Schwimmen noch draufhaben.“ Ziemlich viel, denn sie hielten sich alle im Feld von bis zu 140 Startern, gespickt mit früheren Medaillengewinnern von Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften, immer im vorderen Drittel prächtig. Im Einzelnen: Marc Schneider über 50 Meter Schmetterling 14. in 25,72 Sekunden und über 50 Meter Freistil 21. in 24,68 Sekunden; Per Kleinschmidt über 50 m Schmetterling 26. in 26,60 Sekunden, über 50 Meter Freistil 32. in 25,11 Sekunden und über 50 Meter Rücken 15. in 29,25 Sekunden; Maximilian Forstenhäusler über 50 Meter Schmetterling 28. in 26,65 Sekunden und über 50 Meter Freistil 17. in 24,44 Sekunden; Nils Wendel über 50 Meter Freistil 23. in 24,78 Sekunden und über 50 Meter Brust 26. in 31,25 Sekunden; Eric Wendel über 50 Freistil 44. in 25,68 Sekunden und über 50 Meter Brust 31. in 31,83 Sekunden.

