In den ersten beiden Ferienwochen herrschte fröhlicher und lautstarker Hochbetrieb im Gmünder Hallenbad. 80 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren nahmen am Kreissparkassen-Sommerschwimmkurs der Schwimmvereins Schwäbisch Gmünd teil. 30 meisterten am Ende sogar die Anforderungen zum Seepferdchen-Abzeichen, die weiteren legten erste wichtige Schritte auf dem Weg zum sicheren Schwimmen zurück.
„Der Schwimmlernprozess ist in den letzten zwei Jahren umfangreicher und anspruchsvoller geworden“, sagt Gabi von Abel, die stellvertretende Vorsitzende des Schwimmvereins Gmünd, die mit viel Herzblut und hoher Fachkompetenz das Ressort Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport (BFG) leitet. Die deutsche Kultusministerkonferenz hat die Abstufung des Schwimmlernprozesses weiter verfeinert und dabei neue wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen lassen. „Das alles haben wir bei unserem mittlerweile schon traditionellen Kreissparkassen- Sommerschwimmkurs in der Praxis erfolgreich umgesetzt“, zog von Abel zufrieden Bilanz der zehn Schwimmtage. Unter ihrer Regie erlernten die 80 Kinder bei den Trainerinnen Claudia Schneider, Ida Schneider, Christine Wendel, Claudia Strnad, Nadine Aubele, Joy Aubele, Leonie Pfisterer, Julia von Abel, Anna-Lisa Barth, Wiebke von Abel und Saskia Maurer spielerisch in zehn Einheiten die Grundlagen für sicheres Schwimmen.
Alle Kinder zeigten großen Eifer und hatten viel Spaß. Die Gewöhnung ans Wasser stand zuerst auf dem Übungsplan. Die Kinder lernten dabei, das Gesicht sehr nahe an der Wasseroberfläche zu halten, dann kurz den Kopf ins Wasser zu tauchen und dabei die Augen offen zu halten. So verloren sie schnell die Angst vor dem Wasser. Dann lernen die Kinder alles, was man braucht, um die Seepferdchen-Prüfung zu erlangen: Springen vom Beckenrand ins Wasser, Gleiten im Wasser, 25 Meter freies Schwimmen in einer Stilart in Bauch- oder Rückenlage; dabei musste erkennbar ins Wasser ausgeatmet werden, und schließlich mussten die „Seepferdchen“ auch noch einen Tauchring mit den Händen aus dem schultertiefen Wasser holen. Die besonders talentierten „Neuschwimmer/innen“ übten noch neue Techniken mit Hilfsmitteln wie FlapFin-Power-Flossen.
„Sicheres Schwimmen ist aber mit dem Seepferdchen noch nicht geschafft“, erklärt Gabi von Abel, „das kann man erst mit Erreichen des Bronze-Abzeichen sagen. Sie vergleicht den Schwimmlernprozess mit einem Hausbau: „Nur wenn das Fundament tragfähig ist, kann man Stockwerk für Stockwerk darauf errichten“. Gabi von Abel appellierte deshalb an die Eltern, regelmäßig mit ihren Kindern zum Schwimmen zu gehen: „Nur so kann die spannende Reise zum sicheren Schwimmen ans Ziel führen“.
SVG-Vorsitzender Roland Wendel dankte am Abschlusstag der Kreissparkasse Ostalb für die finanzielle Unterstützung der Sommer-Schwimmkurse und Thomas Vetter, dem Leiter der Gmünder Bäderbetriebe, für die Bereitstellung des Hallenbades. Wendel wies erneut darauf hin, wie wichtig es in unserer Gesellschaft sei, sicher schwimmen zu können. Die seit Jahren dramatische Entwicklung der steigenden Zahlen von Badetoten durch Ertrinken ebbe nicht ab: „Deutschland droht eine Nation von Nicht-Schwimmer/innen zu werden, eine Forsa-Umfrage ergab, dass 70 Prozent der zehnjährigen Kinder in Deutschland nicht sicher schwimmen können“, sagt Wendel, „im Raum Schwäbisch Gmünd gibt es sogar viele Grundschulklassen mit einer Schwimmer-Quote von null Prozent!“ Dass immer weniger Menschen sicher schwimmen können, wirke sich auch auf die Besucherzahlen in den unter starkem Kosten- und Personaldruck stehenden Schwimmbädern aus – Roland Wendel: „Wer nicht schwimmen kann, geht auch nicht ins Frei- oder Hallenbad.“
„Schwimmen können muss in einem modernen Land wie Deutschland eigentlich ein Kulturgut sein“, betont Marketingleiter Holger Kreuttner. Leider würden aber Eltern, Schulen und der Staat heute immer weniger diese gesellschaftspolitische Aufgabe erfüllen. „Deshalb unterstützt die Kreissparkasse Ostalb gerne den Schwimmverein Gmünd, der dieses Manko mit seinem Engagement ausgleicht“, erklärt Kreuttner,
Der Schwimmverein Gmünd verfügt aktuell über 16 Übungsleiter/innen, die sich aus- und weitergebildet haben, Lehrgänge für Anfängerschwimmen, Trainerassistenz oder sogar für die C-Lizenz besucht haben. „Denen bin ich dafür sehr dankbar“, sagt Gabi von Abel, bedauert aber gleichzeitig: „Die Nachfrage nach unseren Schwimmlernkursen für Kinder, Jugendliche, für Menschen mit Handicap (inklusion), für Jedermannschwimmen mit Wassergymnastik und auch für Rehasport (Orthopädie) ist enorm, Wartezeiten lassen sich deshalb leider nicht vermeiden“. Zudem unterhält der SVG mit Mitteln aus der Brigitte-Frank-Stiftung über 20 Kooperationen mit Schulen und acht Kooperationen mit Kindergärten. Acht Übungs- leiter/innen sind dabei im Dauereinsatz
Info und Anmeldung: www.schwimmverein-gmuend.de
