Im Gmünder Hallenbad kochten am vergangenen Samstag und Sonntag Stimmung (und Temperatur) über. Fast 360 Schwimmerinnen und Schwimmer im Alter von acht bis über 25 Jahre gingen bei den Wettkämpfen um den 12. Internationalen Mugele-Cup an den Start und trieben sich gegenseitig zu zahllosen neuen persönlichen Bestzeiten. Die Zuschauer, in erster Linie Eltern, Großeltern und Freunde, füllten die Tribüne fast bis auf den letzten Platz und waren begeistert. Wenn regelmäßig nur ein Zehntel so viele Badegäste ins Hallenbad kommen würden, hätten die Stadtverwaltung und die Stadtwerke sicherlich keine so großen Finanzsorgen wie aktuell. Hochzufrieden war die 28-köpfige Mannschaft des Schwimmclubs Nuoto Sub aus Faenza, der Gmünder Partnerstadt in Norditalien: „Das war ein außerordentlich tolles Erlebnis für uns, alles war bestens“, bedankte sich Delegationsleiter Marco Mastropasque.
Die italienischen Gäste sorgten nicht nur beim Anfeuern für einen höllischen Lärm, sondern glänzten auch im Wasser. Besonders die jüngsten Faenztinas und Faenztinos sahnten mit über 70 Siegen bei den Geburtsjahrgängen 2009 bis 2017 richtig ab (über die Jugendwettberichte berichten wir später extra). Aber auch nach den Finals der offenen Wertung wurde oft die italienische Nationalflagge geschwenkt. Die meisten Medaillen und Preisgelder sammelten der gastgebende Schwimmverein Gmünd, die Sportallianz Aalen, der SV Waiblingen, Nuoto Faenza und die SG Reutlingen/Tübingen.
Erfolgreichste Schwimmerin war Vanessa Dambacher von der Sportallianz Aalen. Sie stand viermal auf dem Mugele-Siegerpodest ganz oben – über 50 Meter Freistil (26,58 Sekunden), 100 Meter Freistil (59,18 Sekunden), 400 Meter Freistil (4.46,60 Minuten) und 50 Meter Schmetterling (28,89 Sekunden). Auf drei Siege brachte es die Gmünderin Kathrin Stotz, die über 50 Meter, 100 Meter und 200 Meter Brust nicht zu schlagen war. Giada Minella (Faenza) und Eileen Weishaupt vom SV Waiblingen wurden Doppelsiegerinnen. Je einmal Gold holten sich Angelica Donati (Faenza) sowie die Gmünderinnen Flora Talgner, Paula Fuchs und Ida Schneider, die insgesamt dank ihrer ebenfalls mit einem Preisgeld dotierten vielen zweiten und dritten Plätze richtig abkassierte.
Einen Supereinstand beim Schwimmverein Gmünd feierte Leo Fingerle, der Anfang September vom TSV Kempten an die Rems wechselte. Der 17-jährige Berufsschüler schwamm praktisch bei allen seinen 12 Starts (Vorlauf, Finale, Staffeln) neue persönliche Bestzeit und stellte dabei vier neue Altersklassenrekorde auf der 25-Meter-Sprintdistanz auf. Herausragend seine 28,60 Sekunden über 50 Meter Brust, mit denen er sich an die Spitze der deutschen Jahresbestenliste im Jahrgang 2008 setzte. Auch mit seinen 4.45,43 Minuten über 400 Meter Lagen und seinen 1.02,15 Minuten über 100 Meter Brust gehört er zu den großen deutschen Nachwuchshoffnungen. Glanzleistungen lieferte auch Lenny Kientz ab. Er war über 50 Meter Freistil in 24,20 Sekunden , 100 Meter Freistil in 52,44 Sekunden und über 100 Meter Schmetterling in genau einer Minute nicht zu schlagen; dazu kam noch ein zweiter Platz über 50 Meter Schmetterling in 26,23 Sekunden hinter Hannes Kaufmann von der SG Reutlingen/Tübingen. „Mich freute besonders, dass sich Leo und Lenny sehr gut verstehen und sich nicht nur gegenseitig im Training puschen, sondern auch die anderen mitziehen. Das wächst was gutes zusammen“, zeigte sich SVG-Trainer Björn Koch zufrieden. Zweifacher Sieger wurde Christian Schwamm von der SSG Reutlingen-Tübingen. Je einmal dekorierten sich mit Gold Giulio Gondoni, Mattia Pinie und Jacopo Satanassi (alle Faenza), Felix Brazel (TuS Metzingen) und Colak Bartu (SG Reutlingen/Tübingen)




