Baden-Württembergische Kurzbahnmeisterschaften in Neckarsulm - Dreimal Silber für Kathrin Stotz - Schwimmverein Gmünd mit 18 Bestzeiten – aber Titel nur in den Jahrgangswertungen

Dass nach den „fetten“ Jahren auch mal wieder „magere“ kommen, das wusste man beim Schwimmverein Gmünd (SVG).  Ohne die „goldene Medaillen in Serie legenden Dorfhennen“ Marie Fuchs, Ida Schneider und Paula Fuchs, bei denen jetzt das Studium vor dem Schwimmsport kommt, reichte es am vergangenen Wochenende bei den baden-württembergischen Kurzbahnmeisterschaften auf der 25-Meter-Bahn im AQUA-TOLL-Sportbad in Neckarsulm in der offenen Wertung „nur“ zu vier Silber- und vier Bronzemedaillen. Dennoch waren Trainer Björn Koch und die Übungsleiter Veit Botsch, Steffen Kientz, Bernd Schabel und Thilo Frank nicht unzufrieden mit den Leistungen ihrer Schützlinge, immerhin stellten die neun Gmünder Schwimmer/innen aus dem Leistungsteam und dem Basisteam 1 bei 36 Starts 18 neue persönliche Bestzeiten auf. In den Wertungen der Geburtsjahrgänge 2006 bis 2011 durften sich der SVG über sieben Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille freuen.

Stotz-Mädchen auf Medaillenjagd

Erfolgreichste „Medaillenfischerinnen“ waren die Geschwister Stotz. Kathrin (Jahrgang 2005) stand in der offenen Gesamtwertung dreimal als Vizemeisterin auf dem Podest - über 50 Meter Brust (33,90 Sekunden) und 200 Meter Brust (2.38,44 Minuten) schwamm sie sogar neue Hausrekorde. Das dritte Silber sicherte sie sich über 200 Meter Lagen in 2.23,03 Minuten. Zweimal auf Rang 3 schaffte es Kathrin in den großen Finalläufen über 100 Meter Brust in neuer Bestzeit von 1.13,52 Minuten und über 100 Meter Lagen in 1.07,28 Minuten.

Ihre zwei Jahre jüngere Schwester Heike sahnte beim Jahrgang 2007 kräftig ab: Dreimal Gold über 50 Meter Brust in 34,67 Sekunden, über 100 Meter Brust in 1.15,38 Minuten und über 200 Meter Brust in 2.41,49 Minuten; mit dieser Zeit gab es für Heike noch eine Bronzemedaille im Finale der Gesamtwertung. Als jeweils Dritte gewann sie in der Jahrgangswertung noch über 100 Meter (1.09,18 Minuten) und 200 Meter Lagen (2.23,03 Minuten eine Bronzemedaille.

Bei fünf Starts fünfmal neue Bestzeit: Mia Marie Grahn (2011) bewies damit ihr Talent. Wenn sie weiterhin so fleißig trainiert wie bisher, wird sie bei Landesmeisterschaften schon bald eine Medaille gewinnen. Diesmal waren zwei fünfte Plätze (200 Meter Freistil in 2.20,25 Minuten und 400 Meter Lagen in 5.35,38) ihre besten Platzierungen. Freistilschwimmerin Flora Talgner (2003) landete dreimal im Mittelfeld, überzeugte aber vor allem bei ihren Staffeleinsätzen.

Leo Fingerle: Viermal Jahrgangsgold

Neuzugang Leo Fingerle (2008) haderte im Finale über 100 Meter Brust mit seinem Anschlag. Mit 1.02,74 Minuten blieb ihm nur der undankbare vierte Platz. Simon Schumann (SV Cannstatt, 1.02,72) und Matthias Bendel (TB Biberach, 1.02,71) waren eine Fingernagelbreite schneller. Deutlich vorne lag der Cannstatter Subäjr Biltaev mit 1.00,03 Minuten. In der Wertung des Jahrgangs 2008 ließ Leo Fingerle aber nichts anbrennen. Er gewann mit deutlichem Vorsprung über 50 Meter Schmetterling in 26,85 Sekunden, über 50 Meter Brust in 28,71 Sekunden, über 100 Meter Brust in 1.03,01 Minuten und über 200 Meter Brust in neuer persönlicher Bestzeit von 2.19,66 Minuten. 

Beim Jahrgang 2007 erkämpfte sich Lenny Kientz über 50 Meter Freistil n 24,07 Sekunden den zweiten Platz und damit die Silbermedaille. Nur denkbar knapp verfehlte er weitere Podestplätze - als Fünfter über 50 Meter Schmetterling in 28,55 Sekunden und über 100 Meter Freistil in 52,74 Sekunden sowie als Vierter über 100 Meter Lagen in 1.00,22 Minuten (persönliche Bestzeit). Zweimal qualifizierte er sich mit seinen Leistungen fürs große Finale. Dabei kam er über 100 Meter Lagen in 1.00,44 Minuten auf Rang fünf und über 100 Meter Freistil in 52,64 Minuten auf den siebten Platz.

Bemerkenswert die Fortschritte von Emil Lieby, seit er regelmäßig im Leistungsteam trainiert. Viermal verbesserte er in fünf Rennen seine Bestzeiten, und zwar gewaltig. Beim Jahrgang 2010 belohnte er sich mit zwei Medaillen. Über 400 Meter Freistil steigerte er sich um 19 Sekunden auf 4.18,37 Minuten, womit er Silber gewann. Bronze durfte er sich für seine 4.55,15 Minuten über 400 Meter Lagen (Steigerung 16 Sekunden) umhängen lassen. Knapp verpasste er als jeweils Vierter das Podest über 200 Meter Freistil in 2.02,22 Minuten (5,5 Sekunden schneller als zuvor) und über 200 Meter Lagen, die er in 2.20,77 Minuten beendete.  Über die Sprintstrecke 100 Meter Freistil steigerte sich der Langstreckenspezialist auf beachtliche 57,62 Sekunden, die Rang 8 bedeuteten.

Sein Altersgenosse Timo Elias Scherer steigerte seine Bestzeiten in drei von vier Disziplinen. Nahe an einer Medaille dran war er über 1500 Meter Freistil in 17.59,61 Minuten (neue Bestzeit) auf Rang 4. Bestzeiten schwamm Timo Elias auch über 200 Meter Freistil mit 2.05,73 (Platz 5) und über 400 Meter Freistil mit 4.30,45 (Platz 5). Gute 30,53 Sekunden über 50 Meter Brust brachten für Fabian Blessing (2000), der auch als Übungsleiter für den jungen Nachwuchs in Neckarsulm tätig war, den 10. Platz in der Gesamtwertung.

Zwei Staffel-Medaillen

In den Staffeln hingen für die neu aufgestellten SVG-Trainingsgruppen natürlich gegen die Topkonkurrenz SV Cannstatt, SV Regio Stuttgart, SG Regio Freiburg oder SSV Ulm 1846 (zu) hoch. Immerhin gelang der 4 x 50 Meter Freistil Mixed-Staffel mit Leo Fingerle, Kathrin Stotz, Flora Talgner und Lenny Kientz in 1.44,05 Minuten der Sprung auf den zweiten Podestplatz. Auch die 4 x 50 Meter Freistil-Staffel der Frauen mit Flora Talgner, Heike Stotz, Mia Maria Grahn und Kathrin Stotz sicherte sich in 1.52,40 Minuten eine Medaille in der Farbe Bronze. Am Podest vorbei schrammte die 4 x 50 m Lagen Mixed-Staffel mit Lenny Kientz, der Bestzeit in über 50 Meter Rücken schwamm, Leo Fingerle, Kathrin Stotz und Flora Talgner auf Rang 4 in 1.55,30 Minuten. Nur zwei Hundertstel schneller war der SSV Ulm 46, zwischenzeitlich lag das SVG-Team sogar in Führung. Keine Chance auf einen Podestplatz hatte der SVG über 4 x 50 Meter Lagen der Herren (Platz 6 in 1.50,73 Minuten), über 4 x 50 Meter Freistil der Herren (Platz 7 in 1.41,02 Minuten) und 4 x 50 Meter Lagen der Frauen (Platz 8 in 2.06,50 Minuten). 

 Das nächste Ziel: Wuppertal

„Wir wollen uns kontinuierlich verbessern. Das setzt bei unseren Nachwuchstalente konsequentes Training voraus, denn Schwimmen ist eine Ausdauersportart. Aber die Ergebnisse von Neckarsulm zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind“, bilanzierte Björn Koch. Das nächste Ziel sind die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften vom 13. bis 16. November in Wuppertal. Dafür haben die Qualifikationsnormen Leo Fingerle, Paula Fuchs, Lenny Kientz und Kathrin Stotz sowie die Staffeln über 4 x 50 Meter Freistil und Lagen der Männer und Mixed erreicht. 

Bildtext: 

Das erfolgreiche SVG-Team in Neckarsulm (v.l.): Timo Elias Scherer, Heike Stotz, Kathrin Stotz, Flora Talgner, Mia Marie Grahn, Emil Lieby, Leo Fingerle und Lenny Kientz. Foto:SVG