892 Aktive aus 161 Vereinen nahmen in der vergangenen Woche an den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften 2025 in der Schwimmoper Wuppertal teil, darunter der Schwimmverein Gmünd (SVG) mit einer kleinen Wettkampfgruppe. Nachdem der Großteil der Gmünder Leistungsträgerinnen und Medaillengewinnerinnen der letzten Jahre aus Studiengründen nicht mehr die für Hochleistungssport nötigen Trainingseinheiten absolvieren können, hatte der hauptamtliche SVG-Trainer Björn Koch die Erwartungen auf Topplatzierungen von vornherein niedrig angesetzt. Diese realistische Einschätzung sollte sich in Wuppertal bestätigen. Unterm Strich schaffte es lediglich Leo Fingerle unter die Top 20.
Das 17-jährige Talent hatte dabei über 100 Meter Brust zudem kein Glück. Die Vorläufe beendete er in einem qualitativ und quantitativ äußerst stark besetzten 60-köpfigen Starterfeld in neuer persönlicher Best- und Vereinsaltersklassenrekordzeit von1.01,39 Minuten auf Rang 17 – einen Wimpernschlag von 0,14 Sekunden hinter David Kyzymenko vom Team Bochum, der als 16. noch das B-Finale erreichte. „Schade, aber Leon kann auf seine Leistung trotzdem stolz sein,“ tröstete Björn Koch seinen Schützling, der im Sommer vom TSV Kempten zum SVG wechselte, „immerhin war aus dem Geburtsjahrgang 2008 nur Louis Hoffmann von der SG Neukölln-Berlin mit 1.01,20 Minuten unwesentlich schneller.“ Hält die Entwicklung des trainingsfleißigen und ehrgeizigen Leo an, könnte er sein persönliches Ziel fürs nächste Jahr durchaus erreichen – nämlich bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften auf dem Podest zu stehen. Seit er bei Björn Koch trainiert, verbesserte er in wenigen Wochen seine Bestzeit bereits um über drei Sekunden. Auch über 200 Meter Brust verbesserte Leon Fingerle seine Bestzeit deutlich auf 2.18,41 Minuten, womit er auf Rang 26 landete. Über die 50 Meter Brust wollte Leo zu viel und er schwamm nicht locker genug. Deshalb blieb er mit 28,73 Sekunden über seiner Bestzeit von 28,60 Sekunden vom Mugele-Cup.
Auch Lenny Kientz (Jahrgang 2007) vom Leistungsteam des SVG überzeugte mit einer neuen Bestzeit von 1.00,14 Minuten über 100 Meter Lagen. Dass diese Superzeit „nur“ zu Platz 50 reichte zeigt, wie stark die deutschen Spitzenschwimmer in der Breite geworden sind. „Für Leo und Lenny war es die erste Teilnahme an Deutschen Meisterschaften, da ist man naturgemäß nervös. Sie bestanden beide diese Bewährungsprobe und haben Potential, sich weiter zu steigern“, lobte Björn Koch.
Für die Gmünder Starter/innen aus dem Basis-Team-1 von Bernd Schabel und Thilo Frank hingen die Trauben in der Schwimmoper erwartungsgemäß zu hoch. Mit reduziertem Training lässt sich bei Deutschen Meisterschaften eben nichts mehr „reißen“, immerhin ist das Erreichen der Qualifikationsnormen schon ein Erfolg und Motivation für ein erfolgreiches Abschneiden bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (DMS) Mitte Dezember. „Wir werden in den nächsten Wochen großen Wert auf ein gezieltes Aufbautraining unserer jungen Talente legen, damit wir in Zukunft auch wieder Platzierungen im Finalbereich bei Deutschen Meisterschaften anstreben können“, kündigte Björn Koch an.
Immerhin fünfmal schaffte Kathrin Stotz (2005) den Sprung ins Starterfeld von Wuppertal. Auf Platz 25 mit 1.06,19 Minuten lag sie über 100 Meter Lagen am weitesten vorne. Ihre weiteren Leistungen: 27. über 200 Meter Brust in 2.39,26 Minuten, 38. über 50 Meter Brust in 33,99 Sekunden, 40. über 200 Meter Lagen in 2.25,61 Minuten und 46. über 100 Meter Brust in 1.14,17 Minuten. Flora Talgner (2003) qualifizierte sich für drei Starts. Mit 59,53 Sekunden über 100 Meter Freistil (Rang 57) schwamm sie sogar eine neue persönliche Bestleitung. Auf den gleichen Platz kam sie auch über 50 Meter Freistil in 27,73 Sekunden. Und über 200 Meter Freistil erreichte sie als 43. in 2.12,04 Minuten sogar einen beachtlichen Mittelfeldplatz. 59,82 Sekunden über 100 Meter Rücken bedeuteten für Jan Klein (2005) Platz 54 über 100 Meter Rücken.
Auf die persönliche Bestzeit von 27,42 Sekunden über 50 Meter Rücken steigerte sich Jan als Startschwimmer der Gmünder 4 x 50 Meter Lagenstaffel der Männer. Leo Fingerle ließ über 50 Meter Brust 27,76 Sekunden folgen, Lenny Kientz schmettere seine Disziplin in 26,44 Sekunden und Fabian Blessing brachte nach 24,53 Sekunden über die 50 Meter Freistil die Staffel zum Anschlag. In Summe ergab dies 1.46,21 Minuten und Rang 18.
Ebenfalls auf diesem Platz schlug die 4 x 50 Meter Lagen-Mixed-Staffel des SVG an. Hier waren eingesetzt: Lenny Kientz (Rücken in 28,55 Sekunden, Leo Fingerle Brust in 28,13 Sekunden, Kathrin Stotz Schmetterling in 29,32 Sekunden und Flora Talgner Freistil in 27,47 Sekunden. Mit der Gesamtzeit von 1,53,47 Minuten verfehlte das Quartett den Vereinsrekord nur um 0,61 Sekunden.
Über 4 x 50 Meter Freistil Mixed platzierten sich in 1.43,49 Minuten Leo Fingerle (24,19 Sekunden), Lenny Kientz (24,05 Sekunden), Kathrin Stotz (27,38 Sekunden) und Flora Talgner (27,87 Sekunden) an 20. Stelle. Auch die 4 x 50 Meter Freistilstaffel der Männer reihte sich nach 1.37,07 Sekunden auf Rang 20 ein. Am Start waren hier Leo Fingerle (24,31 Sekunden), Lenny Kientz (24,03 Sekunden), Fabia Blessing (25,46 Sekunden) und Jan Klein (23,21 Sekunden).
