Deutsche Meisterschaften in Berlin - Leo Fingerle schwimmt ins B-Finale

Persönliches Ziel erreicht. Bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven in der Schwimm- und Sprunghalle des Europasportparks Berlin schaffte Leo Fingerle den Einzug ins B-Finale über 50 Meter Brust. Dennoch war das Gmünder Brustschwimmtalent nicht restlos glücklich. Denn mit seinen 28,68 Sekunden als 16. Im Vorlauf über 50 Meter Brust erreicht er nicht wie angestrebt seine Bestzeit von 28,63 Sekunden. Auch im B-Finale konnte er sich nicht steigern und belegte nach 28,82 Sekunden Platz 8, somit in der Gesamtwertung Rang 16. „Schade, dass es nicht so gelaufen ist, wie wir es erhofft hatten. Leo war im Training und beim Einschwimmen noch so gut drauf und zuversichtlich“, meinte Trainer Björn Koch, der seinen Schützling aufmuntern musste. SVG-Vorsitzender Roland Wendel wollte von Enttäuschung nichts wissen: „Als junger Schwimmer setzt man sich oft selbst zu sehr unter Druck und verkrampft dann. Beim nächsten Mal wird der Knoten schon platzen!“ Das könnte bei den nächsten Wettkämpfen der Fall sein – am 9./10. Mai bei den Baden-Württembergische Meisterschaften in Heidelberg und Freiburg, am 22. bis 24. Mai bei den Süddeutschen Meisterschaften in Stuttgart und vor allem am 9. bis 13. Juni Deutsche Jahrgangsmeisterschaften in Stuttgart. Da kann Leo Fingerle auf Podestplätze hoffen. Beim Geburtsjahrgang 2008 war er in Berlin immerhin hinter Louis Hoffmann (27,97 Sekunden) vom SC Berlin-Neukölln Zweitbester. Das 50-Meter-Brust-Finale in Berlin gewann Melvin Imoudu vom Potsdamer SV in der neuen deutschen Rekordzeit von 26,57 Sekunden.

Über 100 Meter Brust begann Leo Fingerle fulminant. Nach einer Zwischenzeit von 28,95 Sekunden lag er bei 50 Metern noch klar auf Endlaufkurs. Doch danach gingen die Kräfte aus. Mit 1.04,22 Minuten verfehlte er seine Meldezeit von 1.03,80 Minuten und wurde auf Rang 29 durchgereicht. 1.02,75 Minuten wären für das B-Finale nötig gewesen. Endlaufsieger Melvin Imoudu (Potsdamer SV) benötigte 59,33 Sekunden. Am letzten Wettkampftag war klar, dass bei Leo der Dampf raus war. Über 200 Meter Brust blieb 2.26,95 Minuten nur der 37. Platz. Deutscher Meister wurde Lucas Matzerath vom Team Bochum in 2.10,64 Minuten.

Kathrin Stotz (Geburtsjahrgang 2005) rechnete sich von Anfang an keine Chancen auf eine vordere Platzierung aus. Studienbedingt kann sie nur eingeschränkt trainieren. So war für sie die dreifache Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften ein Riesenerfolg, denn nur die 50 besten in jeder Disziplin wurden überhaupt zu den Vorläufen zugelassen. Kathrin schaffte in allen ihrer drei Rennen fast ihre Bestzeiten: Über 100 Meter Brust kam sie in 1.17,02 Minuten auf Platz 44, die Siegerin Anna Elendt von der SG Frankfurt unterbot mit 1.06,91 Minuten die Norm für die Europameisterschaften in Paris. Über 200 Meter Lagen belegte Kathrin Stotz in 2.28,33 Minuten den 33. Rang (Deutsche Meisterin wurde Linda Roth vom SC Magdeburg in 2.12,47 Minuten) und über 200 Meter Brust reichten 2.48,69 Minuten für Kathrin zu Platz 45. Siegerin Anna Elendt benötigte 2.24,77 Minuten.