Am 4.Oktober 1902 wurde im Gasthaus „Zum Kreuz“ der Schwimmclub SC Neptun gegründet, nur eine Woche später, am 11. Oktober 1902, wurde im Gasthaus „Drei König“ der Schwimmclub SC Delphin aus der Taufe gehoben. Die beiden Vereine fusionierten am 24. Februar 1911 im Gasthaus „Schützen“ zum „Schwimm-Verein Gmünd e.V., gegründet 1902“. Der feiert 2027 das 125-jährige Jubiläum.
„Die Vorbereitungen auf das Festjahr laufen schon auf Hochtouren“, sagt SVG-Vorsitzender Roland Wendel, „wir und die Stadt Schwäbisch Gmünd freuen uns auf hochkarätige gesellschaftliche und sportliche Veranstaltungen“. Drei Höhepunkte sind bereits fest fixiert:
- Am Samstag, 17. April 2027, findet im „Prediger“ der Festakt für geladene Gäste statt. Als Festredner wird Deutschlands „bester Schwimmer aller Zeiten“, Michael Groß („Albatros“), kommen.
- Vom 11. April 2027 bis 8. Mai 2027 wird auf dem Marktplatz das mobile Schwimmbecken „Wundine“ der Josef Wund-Stiftung, aufgestellt. Insbesondere Kinder sollen dort Wassergewöhnung und Schwimmen lernen.
- Vom 25. bis 27. Juni 2027 werden die Deutschen Hochschulmeisterschaften, verbunden mit einem großen Schwimmverein-Familienfest, im Bud-Spencer-Bad im Schießtal ausgetragen.
Dass Michael Groß zum Festakt nach Schwäbisch Gmünd kommt, hat viel mit dem guten Ruf, den der Schwimmverein Gmünd im deutschen Schwimmsport hat, zu tun. Und mit der persönlichen Bindung des Ausnahmeschwimmers zum Gmünder Hallenbad: Hier ging er in den 1980-er-Jahren dreimal bei den Wettkämpfen um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (DMS) für seinen, natürlich siegreichen, Verein Erster Offenbacher Schwimm-Club an den Start und schwamm auf der 25-Meter-Bahn Weltbestzeiten. SVG-Ehrenvorsitzender Wolfgang Patzke, der damals die Organisation der Veranstaltungen verantwortete, nahm im Frühjahr Kontakt zu Michael Groß auf und freute sich „dass er sich noch gut an die Wettkämpfe im Gmünder Hallenbad erinnert und deshalb ausnahmsweise zusagte, zu einem Vereinsjubiläum zu kommen“.
Michael Groß war in seiner aktiven Zeit dreifacher Olympiasieger, holte fünf Weltmeistertitel und gewann 13 mal bei Europameisterschaften. Wegen seiner 2,13 Meter großen Spannweite verpasste ein französischer Reporter dem Zwei-Meter-Riese den Spitznamen „Albatros“. Legendär, wie bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles der TV-Reporter Jörg Wontorra im Finale über 200 Meter Schmetterling Michael Gross anfeuerte: „Flieg Albatros, flieg!“
Nach seinem Karriereende im Jahr 1990 studierte Michael Groß Germanistik, politische Wissenschaften und Medienwissenschaften und promovierte 1984 in Frankfurt über „Ästhetik und Öffentlichkeit: Die Publizistik der Weimarer Klassik“. Heute ist der 62-jährige zweifache Familienvater Geschäftsführender Gesellschafter seiner eigenen Unternehmensberatung Groß & Cie.. Er ist Kurator des Sports Management MBA der Goethe Business School und Honorarprofessor an der Goethe-Universität in Frankfurt. Sein Credo: „Die Künstliche Intelligenz (KI), digitale Geschäftsmodelle und -prozesse werden auch im analogen Sport zunehmend wichtiger. Erfolge in den Arenen hängen von der Performance außerhalb des Wettbewerbs im Sport ab. Als Programm-Kurator möchte ich die vielfältigen Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis zusammenführen. Das Sportmanagement der Zukunft enthält neue Themen, wie Nachhaltigkeit und Diversität. Innovationen werden nur durch professionelle strategische und finanzielle Planung an den Start gebracht“.
Vor dem Festakt, der um 10.30 Uhr im „Prediger“ beginnt, enthüllt Oberbürgermeister Richard Arnold am renovierten „Gmünder Hof“ (früher Woha) eine Erinnerungstafel: Sie erinnert an die Wiedergründung des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) nach dem Zweiten Weltkrieg, die beim Verbandstag vom 8. bis 10. April 1950 im „Gmünder Hof“ erfolgte.
Gleichzeitig wird auf dem oberen Marktplatz das mobile Schwimmbad „Wundine“ auf einem Sattelschlepper den Betrieb aufnehmen. „Unsere Motivation dafür ist“, erklärt Roland Wendel, „wenn die Menschen, vor allem die Kinder, nicht mehr ins Schwimmbad gehen und wir deshalb zu viele Nichtschwimmer haben, dann gehen wir zu den Menschen“. Richard Arnold findet diese Idee „großartig“ und sagte seine volle Unterstützung zu. Die „Wundine“ wird bis 8. Mai auf dem Marktplatz stehen, der Gmünder Ordnungsamtsleiter Gerd Hägele hat dazu bereits sein Plazet gegeben.
Die in Stuttgart ansässige Josef-Wund-Stiftung hat im Jahr 2021 die „Wundine-Schwimmakademie“ ins Leben gerufen. Sie ist ein modulares Fort- und Weiterbildungsprogramm mit dem Fokus auf der Förderung der Schwimmfähigkeit von Kindergarten- und Grundschulkindern. Konzipiert als nachhaltiges Projekt mit starken Partnern wie dem Gmünder Schwimmverein und dem Amt für Bildung und Sport, ist die Förderung und Bewahrung des Schwimmens als Kulturtechnik das langfristige Ziel der Wundine-Schwimmakademie. Das Projekt besteht aus zwei Modulen: „Wundine at School“ und „Wundine on Wheels“.
Andreas Schaffer, der Project-Manager der Wund-Stiftung und langjähriger Bürgermeister von Plüderhausen, versicherte Roland Wendel: „Wir kommen gerne nach Gmünd, um mit dem Schwimmverein zu feiern“. Und als „Bonbon“ stellt er in Aussicht: „Wir beabsichtigen, in Gmünd unser neues Mobil „Wundine on Wheels 5“ (WoW 5) einzuweihen“.
Sportlicher Höhepunkt im Jubiläumsjahr werden die Deutschen Hochschulmeisterschaften vom 25. bis 27. Juni 2027 im Bud-Spencer-Bad sein. Veranstalter sind der Allgemeine Deutsche Hochschulverband (adh), dessen Disziplinchef Schwimmen der frühere SVG-Schwimmer Dr. Hans-Peter Gratz ist, und die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit dem Schwimmverein. Bereits 2023 fanden diese Wettkämpfe, bei denen der Olympiavierte über 400 Meter Freistil, der Gmünder Henning Mühlleitner, Deutscher Meister wurde, im Bud-Spencer-Bad statt. Die Organisation und das Flair dieser Meisterschaften, bei denen Spitzenathleten/innen mit Hobbyschwimmern/innen in freundschaftlicher Atmosphäre um Bestzeiten kämpfen, wurde von allen Teilnehmern/innen als vorbildlich gelobt. Deshalb sind Prof. Dr. Timo Stiller und Dr. Jens Keyssner von der PH sowie Roland Wendel und die Organisatoren Veit Botsch und Bernd Schabel zuversichtlich, dass rund 1000 Studierende aus allen Hochschulen und Universitäten im nächsten Jahr nach Gmünd kommen. Diese werden auf dem PH-Campus in Zelten oder in der Sporthalle untergebracht und können dort auch gebührend feiern. „Diese Wettkampftage sind für unsere Hochschule nicht nur ein wichtiges Prestige-Projekt, sondern auch ein wertvoller Teil unserer pädagogischen Ausbildung“, sagt Timo Stiller, „wir freuen uns darauf“.
Im Rahmen der Meisterschaftstage wird auf der Liegewiese ein Festzelt für ca. 500 Personen aufgebaut. Dort veranstaltet der SVG einen „Jubiläums Familien-Abend“ mit buntem Programm. Außerdem sind diverse Schwimm-Demonstrationen sowie Wettbewerbe für Schulen und Firmen geplant. Der Zeltaufbau, die Wasser- und Stromversorgung wurden bereits bei einer Begehung mit Bäderbetriebsleiter Thomas Vetter, Egon Fischer vom gleichnamigen Zelt-Verleiher und Roland Wendel abgecheckt – Ergebnis: Kein Problem, unter dem geplanten Zeltplatz liegen keine Leitungen. svg


